Posts mit dem Label Manga werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Manga werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

3. April 2012

the black blog in Japan Teil 10 - Tag 7: Akihabara


Bevor ihr diesen Bericht lest muss ich vorneweckschicken, dass das dieser eine sehr kurzer Eintrag mit wenig Fotos ist. Dafür gibt es 3 Gründe: 1. Waren wir wie bereits im Bericht vorher geschrieben bis am Mittag im Park Hyatt und hatten somit nur noch den Nachmittag, an welchem wir erst noch zum neuen Hotel kommen mussten. 2. Besuchten wir danach den Stadtteil Akihabara, und das meiste was dort interessant zu Fotografieren wäre darf man nicht ablichten. Und schliesslich 3. Verfinsterte sich im Verlaufe des Nachmittags der Himmel immer mehr und auf einmal öffneten sich die Himmelsschleusen wie ich dies schon lange nicht mehr erlebt habe. 


Doch beginnen wir dort, wo wir zuletzt aufgehört haben; am Bahnhof Shinjuku. Von dort aus ging es heute Mittag mit der Bahn zu unserem neuen Hotel. Da unser Rail-Pass seit heute nicht mehr gültig ist, mussten wir zunächst die Tickets besorgen. Dies ist ziemlich einfach, denn an jedem Bahnhof hat es viele Ticketautomaten und darüber riesige Tafeln mit sämtlichen möglichen Haltestellen aller Linien und den jeweiligen Preis ab der aktuellen Haltestelle bis dorthin. Wir mussten 1-mal umsteigen bis wir am Bahnhof Suidobashi ankamen, in deren Nähe sich unser letztes Hotel befindet. In dieser Gegend steht auch der Tokyo Dome, ein Baseballstadion. 


Das Hotel erreichten wir sehr schnell, da ausnahmsweise alles sehr gut ausgeschildert ist. Am Empfang wurden wir bereits erwartet und wir erhielten sogar ein Spezialangebot: Für ca. 30 Franken (also die Hälfte als sonst) pro Nacht können wir ein Zimmerupgrade haben, also ein grösseres Zimmer mit grösseren Betten. Dieses Angebot nahmen wir dann dankend an und so erhielten wir unsere Schlüssel für das Zimmer im 7. Stock. Dieses Zimmer ist sehr schön eingerichtet. Alles in einem schlichten Braun-Ton gehalten, es gibt einen kleinen Vorraum, ein abgetrenntes Bad, schöne indirekte Beleuchtung und ein grosses Fenster, dass an den Seiten mit klassischen Papierwänden abgedeckt ist. So gesehen ist dieses Zimmer vom Konzept her das schönste der ganzen Reise und wir fühlten uns sofort sehr wohl. 


Unser Hotelzimmer im Niwa Hotel Tokyo
Nach dem Einrichten und einem Kaffe in der nahe gelegenen Starbucks-Filiale unternahmen wir nun den geplanten Tagesausflug nach Akihabara. Die „Electronic Town“, welche 2 Zugstationen von unserem Hotel entfernt liegt ist gemäss dem Reiseführer die Heimat der Nerds, und was ich dort zu sehen bekam war wirklich schier unglaublich. Der ganzen Strasse entlang findet man duzenden verschiedener Elektronikgeschäfte, Spielhallen und Mangashops. Auf der Strasse stehen Verkäufer und Ausrufer, die einem in ihr Geschäft locken wollen. Zudem sieht man viele junge Frauen, meist schön Verkleidet als Maid oder ähnlichem, die Flyer für Ihre Maid-Cafes verteilen. Diese Cafes sind darauf ausgelegt, dem Besucher das Gefühl von zuhause zu vermitteln, zudem sind die Frauen dort wiederum so verkleidet wie man sich das wünscht. Offen sieht man das natürlich nicht und wir waren auch in keinem, doch vieles kann man auch erahnen oder nachlesen. 
Ganz allgemein ist das Thema Sexualität und ähnliches in Japan ein komisches Thema. Grundsätzlich ist die Mentalität sehr verschlossen und diskret, andererseits sind vor allem Mangas (und die erwachsene Version, die Hentais) sehr freizügig und spielen gerne mit den sexuellen Reizen. Wer kennt sie nicht, die Bildern von Manga-Mädchen, bei denen die Bildperspektive absichtlich so gewählt ist, dass man ihnen unter den Rock sehen kann. Ich war heute z.B. in einem Mangashop, welcher sich über 8 Stockwerke ausbreitete, von denen gemäss dem Schild am Eingang die drei obersten Stockwerke mit Erwachseneninhalten beschäftigten und somit von unter 18-jährigen nicht betreten werden durften. Doch bereits im Erdgeschoss traf ich auf etliche Bücher und Magazine, welche wohl in der Schweiz hinter einem schwarzen Vorhang liegen würden. Was ich in diesem Shop alles zu sehen bekam war interessant und deftig und ich überlasse es mal den Lesern ihre Fantasie spielen zu lassen…


Ein kleiner Teil der Electronic Town in Akihabara
Ganz allgemein ist zum Thema Manga noch vieles zu sagen, was jeden Rahmen sprengen würde. Was bei uns leider eine Nischenerscheinung ist, gehört hier zu nationalen Kulturgut. Jeder Japaner, ob alt oder jung, ob männlich oder weiblich, ob reich oder arm, jeder liest Mangas. Dies natürlich auch dank der riesigen Themenauswahl, die so gesehen jeden Bereich der nur irgendwie möglich ist abdecken. In jedem Kiosk und Supermarkt gibt es Mangas in Form von Büchern, Magazinen und ähnlichem zu kaufen und überall sieht man die Leute ihre Bildergeschichten lesen. Vor allem in der U-Bahn stecken viele Ihre Nasen in die Bücher (die aus unserer Sicht von hinten nach vorne und von rechts nach links gelesen werden) und selbst Mangas mit anrüchigem Inhalt werden dort offen konsumiert. Mangas sind für augenscheinlich jeden Japaner normal, während bei uns schon normale Comic- und Cartoon-Fans teilweise komisch angeschaut werden. Es wäre zu wünschen, dass die europäische Gesellschaft in dieser Beziehung sich bald weiterentwickelt und genau so offen wird wie hier. 


Bereits als wir in Akihabara ankamen, fielen die ersten Tropfen vom Himmel, doch wir dachten uns dabei nicht viel und gingen somit sorgenfrei Richtung Electronic Town. Doch von Minute zu Minute wurde das Wetter immer schlechter. Als wir nach ca. 2 Stunden beschlossen, dass das Wetter doch zu schlecht ist um noch länger draussen zu sein und wir somit zurück zum Hotel wollten, giesset es nun wie aus Kübeln und eine sehr starker Wind blies durch die Häuserschluchten. Innert Sekunden war man bis auf die Haut tropfnass und so freuten wir uns, all wir endlich im Hotelzimmer die nassen Kleider zum trocknen aufhängen konnten. Später am Abend ging es noch in das Restaurant im Hotel, wo wir wieder ein vorzügliches wen auch relativ westliches Abendessen genossen. Den eigentlichen Plan mit dem Restaurant vorne beim Bahnhof welches uns bereits bei der Ankunft ins Auge stach liessen wir aufgrund des Wetters fallen. Das wird aber noch nachgeholt. 

29. März 2012

the black blog in Japan Teil 5 - Tag 2: Miyajima

Der heutige Tag Stand ganz in Zeichen der Schreininsel Miyajima, in der Bucht von Hiroshima. Um die Mittagszeit stiegen wir in der Nähe unseres Hotels in das Tram und fuhren direkt zum Bahnhof. Das Tramfahren in Hiroshima ist ein wenig anders als wir uns das aus der Heimat gewöhnt sind. Man löst kein Ticket vor oder während der Fahrt (sofern man nicht eine RFID-Karte besitzt) sondern bezahlt den Fahrtpreis beim Aussteigen. Dieser beträgt einheitlich für das ganze innerstädtische Gebiet gerademal 150 ¥ und wird beim Fahrer vorne oder beim Kondukteur hinten in eine Auffangschale geworfen (ohne Nachzählen oder sonstiger Kontrolle). 


Ansicht auf das Torii von der Fähre aus
Am Bahnhof Hiroshima angekommen ging es gleich weiter mit dem Zug in Richtung Miyajimagouchi, welches ca. 25 Minuten entfernt ist. Bereits im Zug merkte man, dass die Insel ein sehr beliebtest Ausflugs- und Touristenziel ist, da dieser doch ziemlich voll war. Nur knapp 5 Minuten Gehweg entfernt vom Bahnhof befindet sich schon die Anlegestelle der Fähren für die Insel und wir konnten praktisch ohne Wartezeit auf die Insel übersetzten. Bereits vom Schiff aus, sieht man ein Grossteil der Sehenswürdigkeiten der Insel, wie zum Beispiel das berühmte rote Torii welches im Wasser vor der Insel steht.


Das freilebende Wild auf der Insel

Auf der Insel angekommen, wichen wir den grossen Besucherströmen aus und erkundeten die Insel. Das freilebende Wild auf der Insel ist eine wahre Attraktion und ein beliebtes Fotosujet, welches auch uns sehr gefiel. Die Tiere sind sehr an Menschen gewöhnt und lassen sich meist auch ohne Probleme streicheln und werden teilweise sogar recht frech, wenn es um essen geht. Wir zogen weiter zu der Halle Senjō-kaku und der 5-stöckigen Pagode auf einem kleinen Hügel. Von dort aus machten wir uns auf den Weg zu der Talstation der Seilbahn. Durch eine schön gestaltete Landschaft mit Bächen, Brücken, Koi-Teichen und ähnlichem führt ein Weg durch den Wald, auf dem man nach 8 Minuten (6, wenn man ein wenig rennt, siehe Bild unten) die Talstation erreicht. Für teure 1600 ¥ hatten wir bereits unten ein Retourticket gekauft, mit dem wir auf den höchsten Berg der Insel, den Misen, fahren durften. Zuerst fährt man eine grosse Strecke mit einer kleinen 8er-Gondel, bevor man für eine kleines Stück noch in eine grosse 30er-Gondel umsteigen musste. 


Halle und Pagode
An der Bergstation angekommen, erwartet wir eigentlich Japanmakaken zu sehen, wie dies an einigen Orten geschrieben steht und auch auf der lokalen Karte verzeichnet ist. Jedoch haben wir leider keinen einzigen Affen gesehen, weshalb wir den wunderschönen Blick über die Insel, das Wasser bis hin zum ca. 20 km entfernte Hiroshima genossen, bevor es wieder abwärts Richtung Tempelanlage ging. Da bereits 17 Uhr war, fingen die ersten Souvenir- und Verpflegunsstände an, aufzuräumen und zu schliessen und wir machten uns nach ein paar Fotos wieder auf Richtung Hafen. Dabei wurden wir durch einen glücklichen Zufall überrascht: die Ebbe. Das noch vor wenigen Stunden bei unserer Ankunft mitten im Wasser gelegene berühmte Torii stand nun vollkommen frei und war von vielen Leuten umgeben. Das Wasser war soweit zurückgegangen, das man ohne Problem vom Strand oder Treppen in der Nähe bis hinaus zum Torii gehen konnte ohne nass zu werden. Auch der sandige Boden war sehr hart und gut zum Laufen, ausser das sehr viele Algen herumlagen. Am Torii selber, steckten viele Leute Münzen in die Holzspalten. Das Abendlicht der Untergehenden Sonne tauchte die ganze Landschaft in eine herrliche Stimmung. 


Torii bei Ebbe im Abendlicht
Nachdem wir mit der Fähre zurück gefahren waren, erwischten wir auch gleich den nächsten Zug Richtung Hiroshima, so dass wir ziemlich zügig wieder zurück waren. Nach einem kurzen Imbiss im grossen, goldenen M (Teriyaki McBurger) ging es nochmals in den gestern entdeckten Laden um noch ein wenig einzukaufen. Im Untergeschoss, welches wir gestern nicht gesehen hatten, stiess ich noch auf eine grosse Auswahl an Manga-Figuren zum Aufstellen zu unvernünftig günstigen Preisen. Da musste ich natürlich zuschlagen. 


Meine neuen Figuren
Später ging es noch in die Nudelbar von gestern und wir bestellten unser Nachtessen, diesmal zum mitnehmen, da wir gemütlich auf dem Hotelzimmer essen wollten, was wir nun auch getan haben. Nun heisst es schon wieder Abschied nehmen von Hiroshima. Morgen geht es weiter in die kulturell sehr interessante Stadt Kyoto. Wie es dort mit dem Internet aussieht, kann ich leider noch nicht sagen, weshalb ich nicht garantieren kann, dass morgen und übermorgen ein Bericht online ist. Schaut am besten wieder hier rein oder checkt meine Meldungen auf Google+, Facebook und Twitter. 


 Hier noch ein paar Bilder von heute: