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3. April 2012

the black blog in Japan Teil 10 - Tag 7: Akihabara


Bevor ihr diesen Bericht lest muss ich vorneweckschicken, dass das dieser eine sehr kurzer Eintrag mit wenig Fotos ist. Dafür gibt es 3 Gründe: 1. Waren wir wie bereits im Bericht vorher geschrieben bis am Mittag im Park Hyatt und hatten somit nur noch den Nachmittag, an welchem wir erst noch zum neuen Hotel kommen mussten. 2. Besuchten wir danach den Stadtteil Akihabara, und das meiste was dort interessant zu Fotografieren wäre darf man nicht ablichten. Und schliesslich 3. Verfinsterte sich im Verlaufe des Nachmittags der Himmel immer mehr und auf einmal öffneten sich die Himmelsschleusen wie ich dies schon lange nicht mehr erlebt habe. 


Doch beginnen wir dort, wo wir zuletzt aufgehört haben; am Bahnhof Shinjuku. Von dort aus ging es heute Mittag mit der Bahn zu unserem neuen Hotel. Da unser Rail-Pass seit heute nicht mehr gültig ist, mussten wir zunächst die Tickets besorgen. Dies ist ziemlich einfach, denn an jedem Bahnhof hat es viele Ticketautomaten und darüber riesige Tafeln mit sämtlichen möglichen Haltestellen aller Linien und den jeweiligen Preis ab der aktuellen Haltestelle bis dorthin. Wir mussten 1-mal umsteigen bis wir am Bahnhof Suidobashi ankamen, in deren Nähe sich unser letztes Hotel befindet. In dieser Gegend steht auch der Tokyo Dome, ein Baseballstadion. 


Das Hotel erreichten wir sehr schnell, da ausnahmsweise alles sehr gut ausgeschildert ist. Am Empfang wurden wir bereits erwartet und wir erhielten sogar ein Spezialangebot: Für ca. 30 Franken (also die Hälfte als sonst) pro Nacht können wir ein Zimmerupgrade haben, also ein grösseres Zimmer mit grösseren Betten. Dieses Angebot nahmen wir dann dankend an und so erhielten wir unsere Schlüssel für das Zimmer im 7. Stock. Dieses Zimmer ist sehr schön eingerichtet. Alles in einem schlichten Braun-Ton gehalten, es gibt einen kleinen Vorraum, ein abgetrenntes Bad, schöne indirekte Beleuchtung und ein grosses Fenster, dass an den Seiten mit klassischen Papierwänden abgedeckt ist. So gesehen ist dieses Zimmer vom Konzept her das schönste der ganzen Reise und wir fühlten uns sofort sehr wohl. 


Unser Hotelzimmer im Niwa Hotel Tokyo
Nach dem Einrichten und einem Kaffe in der nahe gelegenen Starbucks-Filiale unternahmen wir nun den geplanten Tagesausflug nach Akihabara. Die „Electronic Town“, welche 2 Zugstationen von unserem Hotel entfernt liegt ist gemäss dem Reiseführer die Heimat der Nerds, und was ich dort zu sehen bekam war wirklich schier unglaublich. Der ganzen Strasse entlang findet man duzenden verschiedener Elektronikgeschäfte, Spielhallen und Mangashops. Auf der Strasse stehen Verkäufer und Ausrufer, die einem in ihr Geschäft locken wollen. Zudem sieht man viele junge Frauen, meist schön Verkleidet als Maid oder ähnlichem, die Flyer für Ihre Maid-Cafes verteilen. Diese Cafes sind darauf ausgelegt, dem Besucher das Gefühl von zuhause zu vermitteln, zudem sind die Frauen dort wiederum so verkleidet wie man sich das wünscht. Offen sieht man das natürlich nicht und wir waren auch in keinem, doch vieles kann man auch erahnen oder nachlesen. 
Ganz allgemein ist das Thema Sexualität und ähnliches in Japan ein komisches Thema. Grundsätzlich ist die Mentalität sehr verschlossen und diskret, andererseits sind vor allem Mangas (und die erwachsene Version, die Hentais) sehr freizügig und spielen gerne mit den sexuellen Reizen. Wer kennt sie nicht, die Bildern von Manga-Mädchen, bei denen die Bildperspektive absichtlich so gewählt ist, dass man ihnen unter den Rock sehen kann. Ich war heute z.B. in einem Mangashop, welcher sich über 8 Stockwerke ausbreitete, von denen gemäss dem Schild am Eingang die drei obersten Stockwerke mit Erwachseneninhalten beschäftigten und somit von unter 18-jährigen nicht betreten werden durften. Doch bereits im Erdgeschoss traf ich auf etliche Bücher und Magazine, welche wohl in der Schweiz hinter einem schwarzen Vorhang liegen würden. Was ich in diesem Shop alles zu sehen bekam war interessant und deftig und ich überlasse es mal den Lesern ihre Fantasie spielen zu lassen…


Ein kleiner Teil der Electronic Town in Akihabara
Ganz allgemein ist zum Thema Manga noch vieles zu sagen, was jeden Rahmen sprengen würde. Was bei uns leider eine Nischenerscheinung ist, gehört hier zu nationalen Kulturgut. Jeder Japaner, ob alt oder jung, ob männlich oder weiblich, ob reich oder arm, jeder liest Mangas. Dies natürlich auch dank der riesigen Themenauswahl, die so gesehen jeden Bereich der nur irgendwie möglich ist abdecken. In jedem Kiosk und Supermarkt gibt es Mangas in Form von Büchern, Magazinen und ähnlichem zu kaufen und überall sieht man die Leute ihre Bildergeschichten lesen. Vor allem in der U-Bahn stecken viele Ihre Nasen in die Bücher (die aus unserer Sicht von hinten nach vorne und von rechts nach links gelesen werden) und selbst Mangas mit anrüchigem Inhalt werden dort offen konsumiert. Mangas sind für augenscheinlich jeden Japaner normal, während bei uns schon normale Comic- und Cartoon-Fans teilweise komisch angeschaut werden. Es wäre zu wünschen, dass die europäische Gesellschaft in dieser Beziehung sich bald weiterentwickelt und genau so offen wird wie hier. 


Bereits als wir in Akihabara ankamen, fielen die ersten Tropfen vom Himmel, doch wir dachten uns dabei nicht viel und gingen somit sorgenfrei Richtung Electronic Town. Doch von Minute zu Minute wurde das Wetter immer schlechter. Als wir nach ca. 2 Stunden beschlossen, dass das Wetter doch zu schlecht ist um noch länger draussen zu sein und wir somit zurück zum Hotel wollten, giesset es nun wie aus Kübeln und eine sehr starker Wind blies durch die Häuserschluchten. Innert Sekunden war man bis auf die Haut tropfnass und so freuten wir uns, all wir endlich im Hotelzimmer die nassen Kleider zum trocknen aufhängen konnten. Später am Abend ging es noch in das Restaurant im Hotel, wo wir wieder ein vorzügliches wen auch relativ westliches Abendessen genossen. Den eigentlichen Plan mit dem Restaurant vorne beim Bahnhof welches uns bereits bei der Ankunft ins Auge stach liessen wir aufgrund des Wetters fallen. Das wird aber noch nachgeholt. 

31. März 2012

the black blog in Japan Teil 7 - Tag 4: Groundhopping-Spezial

Es ist Samstagnachmittag, im gut gefüllten Stadion warten die Fans voller Spannung auf das Spitzenspielt dieser Runde. Der Viertplazierte empfängt heute den Tabellenführer aus dem Norden. Nur zwei Punkte trennen die beiden Mannschaften, jedoch wurden auch erst 3 Runden gespielt. Auf beiden Seiten hinter den Toren stehen die jeweiligen Supporter mit den farbigen Bannern und den Fahnen. Heute heisst es Rosa-Blau gegen Gelb-Blau, es heisst Cerezo Osaka gegen Vegalta Sendai. Und es geht um meinen 12. Länderpunkt beim Groundhoppen!


Das heutigen Spiel: Cerezo Osaka vs. Vegalta Sendai
Der Morgen begann heute sehr spät, denn wir hatten unseren Handy-Wecker nicht gehört, sodass wir erst um viertel vor 10 aufwachten. Der Ärger um die verpasste Zeit war schnell vergessen, als wir einen kurzen Blick aus dem Fenster warfen: Es regnete Sturzbäche! Somit war die vormittägliche Besichtigung definitiv gestrichen. Da wir hier im Hotel nun kein Frühstück mehr gratis essen können, hatten wir uns am Vortag mit einigen Dingen eingedeckt und machten mit der im Zimmer aufgestellten Kaffeemaschine unser eigenes Frühstück. Danach ging es mit dem Hotelbus Richtung Stadt, wo mich meine Kollegin für Ihre Tagestour verliess. Ich fuhr weiter bis zum Bahnhof Kyōto wo ich mir die Reservation für den Zug bis zur Station Tennoji (in Osaka) geben lies. Mein Plan war es, ca. um 1 Uhr los zu fahren und ca. um 2 Uhr beim Stadion zu sein, was gemäss Google Navigation in etwa hinkommen könnte. Ich kam jedoch erst um 2 Uhr bei der Station Tennoji an und musste dort noch auf einen Regionalzug umsteigen. Nach drei Stationen war ich bei der Haltestelle Tsurugaoka, welche 5 Gehminuten vom Stadion entfernt ist. 


Am Stadion angekommen, suchte ich mit Hilfe eines Stewards das Ticketing auf wo ich für umgerechnet etwas mehr als 30 Franken ein Ticket für die Haupttribüne nahe des Gästesektors kaufen konnte. Gleich daneben fand ich noch einen Fanartikel-Stand der Gastmannschaft Vegalta, welche ich seit einem YouTube-Video favorisiere. Da die T-Shirtgrössen weit entfernt von meiner Grösse waren, kaufte ich einen Schal. Dieser, wie auch sämtliche anderen Fanschals die ich gesehen habe, bestand nicht wie bei uns aus Seide oder Wolle sondern aus Frottee. So ausgerüstet ging es sofort ins Stadion, da nur noch wenige Minuten bis zum Anpfiff blieben. Der ganze Sektor war mit bequemen Plasikschalen ausgestattet und es war Free-Seating. So setzte ich mich in etwa unter die Dachkante, da es bereits wieder nicht mehr regnete. Während der nächsten 90 Minuten änderte das Wetter aber mehrmals von bewölkt zu starker Regen, gefolgt von wärmenden Sonnenschein und eiskaltem Wind.


Kincho-Stadium in Osaka vor dem Spiel
Das Stadion Kincho ist eine interessante Konstruktion welche für 20‘000 Fans Platz bietet. Die Haupttribüne ist relativ gross und eher Flach gebaut mit einem Dach, das nur die obersten Sitzplätze zuverlässig vom Wetter schützt. Hinter dem Tor, stehen die Supporter der Heimmannschaft. Dieser Teil des Stadions ist äusserst klein und geschätzte 10 bis 15 Stufen breit und wird von einer hohen Wand hinten abgeschlossen. Die Gegentribüne ist auch nicht besonders gross und ungedeckt. Der Gästesektor schliesslich, befindet sich hinter dem zweiten Tor unter der sehr grossen Anzeigetafel. Dieser Bereich ist eine reiner Sitzplatz ohne Stufen oder ähnlichen, sonder nur ein leicht abfallender Schotterplatz über die ganze Länge. Direkt dahinter befindet sich interessanterweise ein Friedhof. Immerhin gibt es im Stadion keine Zäune weder zwischen noch vor den Sektoren. Hinter der Haupttribüne befindet sich ein Platz mit einigen Verpflegungsständen und anderen Geschäften. Dieser Platz ist jedoch nur ca. 30 Meter breit und anschliessend kommt gleich das Nagai-Stadium, eines der WM-Stadien von 2002 mit 50‘000 Sitzplätzen.

Spielszene


Das Spiel selber war auf sehr hohen Niveau. Richtig lanciert wurde es nach einer ca. viertelstündigen Abtastphase durch einen sehr gefährlichen Lattenknaller der Heimmannschaft. Dies rüttelte den Tabellenführer aus Sendai auf, welche von nun an das Spielgeschehen an sich rissen und mit vielen schönen und gefährlichen Aktionen im Strafraum glänzten. Cerezo musste sich in dieser Zeit mit allem wehren was Sie hatten was auch schon mal in einer gelben Karte endete. Als Vegalta schliesslich in der 34. Minute das verdiente Tor schoss, wurde es bis zur Pause jedoch wieder ruhiger auf dem Platz. Nach dem Seitenwechsel erstarkten die Gastgeber erst nach dem 2 Tor von Sendai, welches durch eine tolle Einzelaktion des Kapitän Shingo Akamine zustande kam. Man merkte ab der 51. Minute gut, dass sich nun die führenden Gäste immer mehr in die eigene Platzhälfte zurückzogen und die Zweikämpfe nicht mehr suchten. So kam es, dass nun Osaka das Spiel mehr und mehr dominierte und dringend das Tor suchte. Die Bemühungen wurden jedoch erst in der 85. Minute belohnt. Angetrieben durch diesen Erfolg und der langen Nachspielzeit von 5 Minuten wurde der Ausgleich mit allen fairen und unfairen Mitteln gesucht. Der Schiedsrichter hatte vor allem in der ersten Halbzeit einige strittige Entscheide, blieb aber in dieser Phase souverän. So endete das Spiel mit einem verdienten 1:2 und Sendai festigte so Ihren Tabellenplatz an der Spitze. Das beim Sport der Anstand nicht zu kurz kommt, sah man nach dem Abpfiff, den alle Spieler und die Schiedsrichter stellten sich in einer Reihe auf (wie vor dem Spiel) und verneigten sich vor der Haupt- und Gegentribüne, bevor die Mannschaften zu Ihren Fans hinter dem Tor liefen.

Vegalta Sendai-Fans am singen


Apropos Fans: Ich hatte sehr grosse Erwartungen aber auch Fragezeichen betreffend der Fanszene in Japan, insbesondere der Supporter aus Sendai. Dies waren leider nicht so viele wie erhofft, doch aufgrund der Distanz zwischen Sendai und Osaka waren die ca. 120 bis 150 Away-Supporter doch recht respektabel. Vor allem akustisch war ich von dieser kleinen Gruppe positiv überrascht. Ihr Liedgut beinhaltete ca. 12 verschiedene Schlachtrufe, welche meisten angenehm ausdauern und laut gesungen wurden, teilweise sehr passend zum Spielgeschehen. Fahnen waren leider nicht viele zu sehen, abgesehen von den schönen Zaunfahnen inkl. dem tollen Banner mit der Aufschrift „It’s only Football, but we like it!“. Zum Intro gab es zudem ein paar gespannte Stoffbahnen in Gelb und Blau über die Köpfe des Blocks.

Torjubel nach dem 0:2


Auf der anderen Seite gibt es auch ähnliches zu Berichten. Der Supporter-Block, welche hinten an der Wand mit „Real Osaka Ultras“ angeschrieben ist, war komplett gefüllt. Sehr viele Fahnen wurden während dem Spiel geschwungen und auch die Cerezo-Gesänge waren laut und abwechslungsreich. Vor dem Einlauf der Spieler wurde die Clubhymne abgespielt, welche insbrünstig vom ganzen Stadion mitgesungen wurde. Der interessanteste Moment in Sachen Support ereignete sich jedoch nach dem Spiel, als viele Fans bereits auf dem Weg nach draussen waren. Von Seite der Heimfans hörte man auf einmal Anfeuerungsrufe und ein Song von Sendai, auf welchen die Gästefäns mit einstimmten. Danach wechselte das Ganze, so dass die Sendai-Fans mit einem Song von Osaka antworteten. Beidemal wurde das ganze am Ende von beiden Seiten beklatscht. Auch wenn ein wenig Hass gegenüber dem Gegner zum Fussball gehört, diese Geste fand ich trotzdem sehr schön und speziell. Fast wie früher, als man nach einem Sieg im Hardturm jeweils die GC-Lieder zum Besten gab, während man im Tram Richtung Bahnhof fuhr und die Glocke im Tramwagen bimmeln lies.

Fans von Cerezo Osaka


Nach dem Spiel ging es für mich wieder Richtung Hotel, wo ich erst um 19.30 Uhr eintraf. Immerhin konnten wir nun noch unser Zimmer für eine weitere Nacht verlängern, so dass wir nun morgen den ganzen Tag Zeit haben für Besichtigungen in Kyōto, bevor es danach weiter geht nach Tokyo und zum nächsten Highlite.


Weitere Fotos von heute: 
















26. März 2012

the black blog in Japan Teil 2 - Vorbereitungen

(Teil 1 findet ihr hier)


Morgen geht es endlich los und wir sitzen im Flieger Osten und versuchen die ca. 9'500 Kilometer Entfernung möglichst entspannt hinter uns zu bringen, bevor wir am Dienstagmorgen um ungefähr 8 Uhr Ortszeit auf dem Flughafen Tokyo-Narita landen. Rund 12 Stunden Flugzeit mit einem Airbus A340-300 der Swiss stehen augenscheinlich am Anfang unseres Abenteuers. Doch wie jeder weiss, steht am Anfang der Ferien nicht die Reise sondern die Vorbereitung dazu. Wie diese bei uns ausgesehen haben, möchte ich euch heute erzählen. 
Angefangen hat alles soweit ich mich erinnern kann mit einem normalen Kaffeeklatsch, bei dem das Thema Ferien aktuell war und irgendwie klar war: Wir sollten wieder einmal auf Japan. Und nach und nach reifte die Idee und wurde ziemlich schnell konkret. Gegen Ende des Jahres einigten wir uns ziemlich schnell wieder auf die Zeit der Kirschbaumblüte, welche meist Ende März/Anfangs April stattfindet. Diese für die Japaner wichtige Zeit wird auch von vielen Reiseführern empfohlen, da das Wetter meist sehr schön und frühlingshaft warm ist und überall in den Parks die Einheimischen Picknicks veranstalten. Bereits 2008 waren wir genau um diese Zeit in Japan und hatten bis auf ein wenig Regen am 1. Tag immer Glück, weshalb wir auch auf unseren guten Erfahrungen vertrauten.
 
Der nächste Schritt in der Ferienplanung war natürlich das Buchen des Fluges. Bereits bevor wir uns richtig darum gekümmert hatten, vielen uns natürlich die Plakate der Fluggesellschaft Swiss auf, welche mit sehr attraktiven Preisen für gewisse Destinationen warben. Darunter war auch ein Angebot für Tokyo von CHF 999.-- welches doch sehr attraktiv klang, da dies sonst ca. 300 Franken mehr kostet momentan. So war nach einiger Diskussion und diversen Vergleichen trotz allem Swiss die Gewinnerin unserer Suche und wir buchten die Flüge Anfangs Dezember, sodass nun mit der weiteren Planung begonnen werden konnte.
 
Diese fand einige Zeit später im Restaurant ChaCha im Westsite statt. Passend zum asiatischen Essen, legten wir auf einer Japan-Karte zusammen mit einem Linienplan der Shinkansen-Züge die Reiseroute fest. Die Shinkansen sind die Schnellzüge in Japan, welche auf eigenen Trassen ohne Bahnübergänge viele grosse Städte des Landes verbinden. Da wir nicht nur an einem Ort die 2 Wochen verbringen wollten, sind wir natürlich auf diese Züge angewiesen und haben unsere Wunschdestinationen mit dem Schienennetz abgestimmt. Aufgrund der möglichen Sehenswürdigkeiten und sonstiger Einflüssen legten wir auch gleich die Verweildauer je Ortschaft fest. So entstand dieser grobe Reiseplan:
Hinflug Zürich-Tokyo, danach direkt nach Hiroshima für 3 Nächte, weiter geht es nach Kyoto für 2 Nächte, danach für eine Nacht nach Hakone bevor es zum Schluss für 4 Nächte nach Tokyo geht.


Aufgrund dieses Planes konnten wir uns auf die Suche nach den passenden Hotels machen. Die Preisklasse war grundsätzlich klar und dass die Hotels zentral gelegen sein mussten, versteht sich von selbst. So wurden im Januar die jeweiligen Hotels an einer ausgiebigen Skype-Konferenz bestimmt. Als ein kleines, persönliches Highlite entschieden wir uns, eine Nacht im nicht ganz billigen dafür wunderschönen 5-Sterne Luxushotel Park Hyatt Tokyo zu verbringen. Dieses ist im Shinjuku Park Tower, dem zweit höchstem Gebäude in Shinjuku (neben dem Tokyo Metropolitan Government Building), untergebracht und befindet sich zwischen dem 39 und 52 Stockwerk. Eine grandiose Aussicht ist somit garantiert. Weshalb wir dieses Hotel gebucht haben? Ganz einfach, der bereits in Teil 1 erwähnte Film "Lost in Translation" spielt zu grossen Teilen in diesem Hotel, so wollten wir uns als Fans die Gelegenheit nicht entgehen lassen auch einmal dort zu übernachten. Dafür hatten wir bei der Buchung in Kyoto ein wenig Pech, da das von uns ausgewählte Designer-Hotel "Il Palazzo" leider gar nicht in Kyoto, sondern im 500 Kilometer weiter südwestlich gelegene Fukuoka ansässig ist. Hier war leider ein Erfassungsfehler bei der Buchungsseite schuld, so dass wir danach auf die zweite Wahl zurückgreifen mussten. Zu unserem Glück haben wir das Ganze frühzeitig bemerkt...


Nach dem die Hotels nun auch klar und gebucht waren, fehlte eigentlich nur noch etwas wichtiges was unbedingt vorher gemacht werden musste: Die Bestellung des Japan-Rail-Pass, dem "Touristen-GA". Bereits vorher haben wir uns auf ein Laufzeit von 7 Tagen geeinigt, da wir den bei einem 14-tägigen Rail-Pass 1. Geld verlieren würden und wir 2. nach den 7 Tagen mehrheitlich nur noch im Grossraum Tokyo unterwegs sein werden und die U-Bahn sowieso bezahlt werden muss. Über einen Internet-Anbieter aus Zürich waren die 2 Vaucher, welche wir am Flughafen Narita einlösen können, schnell bestellt und einige Tage später landeten diese in meinem Briefkasten.


Vaucher für den Japan Rail Pass
Gleichzeitig stimmte ich mich auch mit diversen Büchern und sonstigem Infomaterial auf die Reise in das Land der aufgehenden Sonne ein. Die Kultur, die Sprache und auch die Verhaltensweise der Menschen ist auf keine Art und Weise mit der unseren zu vergleichen. So kann es ziemlich schnell passieren, dass man in ein Fettnäpfchen tritt, was nicht sehr schön wäre. Zudem konnte man mit diesen Büchern vieles über das Land und die möglichen Sehenswürdigkeiten erfahren, welche auch auf einer separaten Liste notiert wurden. Schliesslich wollen wir unsere Tage in Japan auch mit sinnvollen Ausflügen garnieren. Somit waren alle wichtigen Dokumente, Buchungen und sonstigen Vorbereitungen getätigt und die Reise konnte losgehen... 


Naja, nicht ganz. Den der mühsamste Teil der Ferienvorbereitung war diese Woche bei mir dran: das Vorbereiten und Packen. Da es sich um eine grössere Reise handelt waren auch diese Dinge doch ein wenig grösser Dimensioniert als sonst. Ich schrieb seit einigen Wochen an einer möglichst kompletten Check-Liste, was ich alles einpacken muss und was alles noch erledigt werden musste. Beim Packen war neben den Kleidern für 10 Tage vor allem auch die Elektronik bei mir im Fokus: meine geliebte Nikon D7000 Spiegelreflexkamera inkl. 2 Objektive, meine Nikon Coolpix, die Sony Handycam, mein Samsung Galaxy Tab, mein Netbook und eine USB-Harddisk für das Backup der Speicherkarten in den Kameras, usw... all das musste aufgeschrieben werden damit nichts vergessen geht. Auch die Stromversorgung musste geregelt werden, da in Japan ziemlich andere Steckdosen in den Zimmern zu finden sind. So musste ich unter anderem noch einen passenden Reisestecker einkaufen. Daneben waren aber noch andere Dinge auf dem Einkaufszettel: Hygieneartikel, Medikamente für die Reiseapotheke, neue Schuhe und kurze Hosen, usw. Zudem musste natürlich noch das nötige Bargeld besorgt werden, ein neuer Haarschnitt ist auch immer gut, die Post musste abbestellt werden damit der Briefkasten nicht explodiert, und und und...
 
Nun, 24 Stunden vor Abflug hat auch das online Check-In geöffnet und wie wir feststellen mussten, ist der Flieger (zumindest in der Economy) komplett ausgebucht. Nichts war mit guten Plätzen auswählen. Die uns zugeteilten Plätze in der 3 vordersten Reihe im Mittelblock müssen jetzt beweisen, wie gut das sie sind. 


Der nächste Blogeintrag kommt dann endlich direkt aus Japan. Morgen Montag reisen wir ab 10 Uhr mit dem Zug Richtung Flughafen Zürich, wo wir um Punkt 13 Uhr abheben sollten. Um ca. 8 Uhr Ortszeit landen wir in Tokyo-Narita und fahren danach direkt weiter nach Hiroshima. Sofern alles klappt werde ich dort im Hotel den ersten Tagesbericht schreiben und online stellen können. Last euch Überraschen. Ich hoffe auch, dass der Schreibstil wie in diesem Bericht kein Problem für euch darstellt. Um nicht Stunden am PC zu verbringen, versuche ich kurz und prägnant zu schreiben. Wenn ihr zu etwas mehr Infos wollt könnt ihr das auf Wikipedia nachschlagen oder dies in den Kommentaren schreiben. Danke!


Bis bald aus Japan!