29. März 2012

the black blog in Japan Teil 5 - Tag 2: Miyajima

Der heutige Tag Stand ganz in Zeichen der Schreininsel Miyajima, in der Bucht von Hiroshima. Um die Mittagszeit stiegen wir in der Nähe unseres Hotels in das Tram und fuhren direkt zum Bahnhof. Das Tramfahren in Hiroshima ist ein wenig anders als wir uns das aus der Heimat gewöhnt sind. Man löst kein Ticket vor oder während der Fahrt (sofern man nicht eine RFID-Karte besitzt) sondern bezahlt den Fahrtpreis beim Aussteigen. Dieser beträgt einheitlich für das ganze innerstädtische Gebiet gerademal 150 ¥ und wird beim Fahrer vorne oder beim Kondukteur hinten in eine Auffangschale geworfen (ohne Nachzählen oder sonstiger Kontrolle). 


Ansicht auf das Torii von der Fähre aus
Am Bahnhof Hiroshima angekommen ging es gleich weiter mit dem Zug in Richtung Miyajimagouchi, welches ca. 25 Minuten entfernt ist. Bereits im Zug merkte man, dass die Insel ein sehr beliebtest Ausflugs- und Touristenziel ist, da dieser doch ziemlich voll war. Nur knapp 5 Minuten Gehweg entfernt vom Bahnhof befindet sich schon die Anlegestelle der Fähren für die Insel und wir konnten praktisch ohne Wartezeit auf die Insel übersetzten. Bereits vom Schiff aus, sieht man ein Grossteil der Sehenswürdigkeiten der Insel, wie zum Beispiel das berühmte rote Torii welches im Wasser vor der Insel steht.


Das freilebende Wild auf der Insel

Auf der Insel angekommen, wichen wir den grossen Besucherströmen aus und erkundeten die Insel. Das freilebende Wild auf der Insel ist eine wahre Attraktion und ein beliebtes Fotosujet, welches auch uns sehr gefiel. Die Tiere sind sehr an Menschen gewöhnt und lassen sich meist auch ohne Probleme streicheln und werden teilweise sogar recht frech, wenn es um essen geht. Wir zogen weiter zu der Halle Senjō-kaku und der 5-stöckigen Pagode auf einem kleinen Hügel. Von dort aus machten wir uns auf den Weg zu der Talstation der Seilbahn. Durch eine schön gestaltete Landschaft mit Bächen, Brücken, Koi-Teichen und ähnlichem führt ein Weg durch den Wald, auf dem man nach 8 Minuten (6, wenn man ein wenig rennt, siehe Bild unten) die Talstation erreicht. Für teure 1600 ¥ hatten wir bereits unten ein Retourticket gekauft, mit dem wir auf den höchsten Berg der Insel, den Misen, fahren durften. Zuerst fährt man eine grosse Strecke mit einer kleinen 8er-Gondel, bevor man für eine kleines Stück noch in eine grosse 30er-Gondel umsteigen musste. 


Halle und Pagode
An der Bergstation angekommen, erwartet wir eigentlich Japanmakaken zu sehen, wie dies an einigen Orten geschrieben steht und auch auf der lokalen Karte verzeichnet ist. Jedoch haben wir leider keinen einzigen Affen gesehen, weshalb wir den wunderschönen Blick über die Insel, das Wasser bis hin zum ca. 20 km entfernte Hiroshima genossen, bevor es wieder abwärts Richtung Tempelanlage ging. Da bereits 17 Uhr war, fingen die ersten Souvenir- und Verpflegunsstände an, aufzuräumen und zu schliessen und wir machten uns nach ein paar Fotos wieder auf Richtung Hafen. Dabei wurden wir durch einen glücklichen Zufall überrascht: die Ebbe. Das noch vor wenigen Stunden bei unserer Ankunft mitten im Wasser gelegene berühmte Torii stand nun vollkommen frei und war von vielen Leuten umgeben. Das Wasser war soweit zurückgegangen, das man ohne Problem vom Strand oder Treppen in der Nähe bis hinaus zum Torii gehen konnte ohne nass zu werden. Auch der sandige Boden war sehr hart und gut zum Laufen, ausser das sehr viele Algen herumlagen. Am Torii selber, steckten viele Leute Münzen in die Holzspalten. Das Abendlicht der Untergehenden Sonne tauchte die ganze Landschaft in eine herrliche Stimmung. 


Torii bei Ebbe im Abendlicht
Nachdem wir mit der Fähre zurück gefahren waren, erwischten wir auch gleich den nächsten Zug Richtung Hiroshima, so dass wir ziemlich zügig wieder zurück waren. Nach einem kurzen Imbiss im grossen, goldenen M (Teriyaki McBurger) ging es nochmals in den gestern entdeckten Laden um noch ein wenig einzukaufen. Im Untergeschoss, welches wir gestern nicht gesehen hatten, stiess ich noch auf eine grosse Auswahl an Manga-Figuren zum Aufstellen zu unvernünftig günstigen Preisen. Da musste ich natürlich zuschlagen. 


Meine neuen Figuren
Später ging es noch in die Nudelbar von gestern und wir bestellten unser Nachtessen, diesmal zum mitnehmen, da wir gemütlich auf dem Hotelzimmer essen wollten, was wir nun auch getan haben. Nun heisst es schon wieder Abschied nehmen von Hiroshima. Morgen geht es weiter in die kulturell sehr interessante Stadt Kyoto. Wie es dort mit dem Internet aussieht, kann ich leider noch nicht sagen, weshalb ich nicht garantieren kann, dass morgen und übermorgen ein Bericht online ist. Schaut am besten wieder hier rein oder checkt meine Meldungen auf Google+, Facebook und Twitter. 


 Hier noch ein paar Bilder von heute:















28. März 2012

the black blog in Japan Teil 4 - Tag 1: Hiroshima



Den heutigen Tag starteten wir mit Jetlag und einem Casual Dining im Hotel, welches überraschender- und erfreulicherweise im Zimmerpreis für alle 3 Übernachtungen inbegriffen ist. Doch was bedeutet Casual in Japan überhaupt? Neben den Klassikern wie Würstchen, gebratener Speck, Toast und Mini-Croissant, fanden wir auch Miso-Suppe, Reis, gebratene Fischfilets und Heringe, Gemüse und frische Algen sowie Wipped Butter (mehr Schlagrahm als Butter) beim Buffet vor. In der Getränkeabteilung stand neben diversen Säften auch ein Behälter mit Hiroshima-Milch, ein Produkt das wohl in der restlichen Welt mit diesem Namen nicht ein Verkaufsschlager wäre.


Die erste Station der heutigen Tour war die sogenannte Karpfenburg, welche natürlich 1945 durch die Atombombe zerstört wurde. Der Nachbau, welcher 13 Jahre später errichtet wurde, beinhaltet nun ein Museum für die Geschichte Japans vor dem 2. Weltkrieg. Man sieht dem Gelände resp. den Gebäuden auf dem gesamten Gelände gut an, dass es sich um Nachbauten der Originale handelt, da diese meist nicht sehr „alt und modrig“ sind, sondern teilweise sogar über moderne Bautechniken und Einrichtungen (z.B. Lift) verfügen. Dies ist aber bei sehr vielen solcher Gebäude und ähnlichem in Japan Standard. Die Europäischen Denkmalschützer würden in Ohnmacht fallen, würde bei uns ein alt werdendes Denkmal abgerissen und danach wieder aufgebaut.
Burg von Hiroshima
Das Gelände der Burg wird vollständig von einem breiten Wassergraben umgeben und man betritt es über zwei Brücken im Süden und Osten. Neben den teilweise begehbaren Verteidigungsanlagen (Ninomaru) am Graben, findet man im Innern vor allem einen schönen Park mit diversen Bäumen und verschlungenen Wegen. Beim Tempel, der ebenfalls auf dem Gelände steht, konnten wir die Weihung von zwei neuen Autos durch einen Priester beobachten, ein sehr komischer Anblick. Die Burg selber liegt auf einer Anhöhe in der nordwestlichen Ecke der Anlage und verfügt über 5 Stockwerke.
Verteidigungsanlage der Burg
Im Inneren der Burg gibt es einige Videos zur Burg und Hiroshima sowie diverse Samurai-Rüstungen. Eine besonders opulente Rüstung trug auf dem Helm eine grosse Swastika, welche bei uns Europäern halt immer noch ein komisches Gefühl auslöst, hier jedoch ganz normal ist. Daran muss ich mich wieder gewöhnen. Leider war zu grossen Teilen das fotografieren im Inneren verboten. Dafür hatte man im 5. Stock eine tolle Aussicht über die ganze Anlage und das umliegende Gebiet. Zudem stiessen auf die Stempel, welche es bei jeder Sehenswürdigkeit geben soll. Durch einen Reisebericht in Comic-Form von Jojo habe ich davon erfahren und mir natürlich ein Stempelbüchlein besorgt, das nun gefüllt werden will.
Blick aus dem obersten Stockwerk der Burg
Danach wanderten wir durch die Strassen von Hiroshima und nach einem kleinen, verspäteten Mittagessen zogen wir weiter Richtung Atombomben-Dom und Friedenspark. Der Dom ist ein bekanntes Mahnmal der schrecklichen Katastrophe von 1945, das zeigt wie erfolgreich das Manhattan-Projekt der US-Regierung war. Als eines der wenigen Häusern in der Stadt wurde es nicht komplett zerstört, was bei der Nähe zum Ground Zero sehr erstaunlich ist (ca. 160 Meter). Der Turm sowie die Grundmauern der ehemaligen Ausstellungshalle überlebten den Abwurf, im Gegensatz zu den Menschen sich darin befunden hatten.
Atombomben-Dom am Fluss Ōta
Gleich daneben, auf der anderen Seite des Fluss Ōta befindet sich der Friedenspark. Dieser grosse und sehr schön gestaltete Park in Mitten der Stadt Gedenkt wiederum den vielen Opfern der Bombe „Little Boy“ auf viele Arten. Neben dem ewig brennenden Flamme und dem Friedensmuseum sind überall im Park Statuen und ähnliches Verteilt. Im Museum, welches wir das letzte Mal besuchten, wird auf teilweise sehr verstörende Art das Ausmass des Atombomben-Angriffs informiert (z.B. Fotos und Dioramen von verbrannten Kindern und ähnlichem). Da wir das Museum nicht ein zweites Mal besuchen wollten, setzten wir uns auf eine Parkbank und genossen das schöne Wetter. Dort wurden wir auch von zwei Damen angesprochen, die uns zu texteten ohne zu merken, dass wir Sie nicht verstehen. Immer wieder lustig solche Begegnungen.  
Denkmäler im Friedenspark
Nach einer Kaffepause und dem einkaufen von Getränken (Fanta Traube!) ging es später zurück ins Hotel um den geheizten Toilettensitz und ein paar Minuten das Bett zu geniessen, da sich der Jetlag doch immer noch ein wenig meldete. Nachdem es dann schon eingedunkelt hatte, begaben wir uns wenige Meter vom Hotel weg in eine typische Fastfood-Bar. An deren Eingang stehen jeweils ein oder zwei Ticketautomaten, wo man sein Menu aussuchen kann und dafür ein Bestellticket erhält. Das System ähnelt sehr den alten Ticketautomaten in der Schweiz. Heute hatten wir das Peck, das ein Grossteil der Knöpfe nur beschriftet war und keine Fotos zeigte (wie wir dies sonst kannten), so dass wir teilweise die Zeichen auf der Fotokarte daneben mit denen auf dem Apparat vergleichen mussten. So fühlt es sich wohl als Analphabet an…
Ticketautomat für das Essen
Nachdem wir mit etwas Hilfe eines anderen Gastes die Tickets danach hatten (wir wussten nicht, dass man noch angeben musste ob zum da essen oder mitnehmen), setzen wir uns an einen freien Tisch. Die Bedienung brackte zwei Gläser mit Wasser und nahm unsere Bestelltickets mit in die Küche. Das Essen war natürlich wie erwartet wundervoll. Ich hatte eine Miso-Suppe mit Zwiebeln und Lauch, danach einen Salat mit Sesam-Dressing und zum Schluss dünn geschnittenes, lecker mariniertes Schweinefleisch mit Zwiebeln, Glasnudeln und viel Reis. Meine Kollegin hatte denselben Salat und dazu mariniertes Pouletfilet mit Ei und Nudeln.
Mein Nachtessen von heute

Um halb zehn Uhr verliessen wir die Bar und schauten auf dem Rückweg noch in einen Shop vorbei, der neben CDs, DVDs, Schmuck und jeder Menge Bücher und Mangas (und hier sprechen wir von tausenden verschiedener Mangas inkl. einer kompletter und grosser „Ab 18“-Abteilung) auch Games verkauft. Und hier fühlte ich mich zum ersten Mal im Nerd-Himmel. Neben neuen Titeln für alle aktuellen Konsolen, fanden wir ein ganzes Gestell mit alter Hard- und Software. Unter anderem standen da zwei Super Nintendo Entertainment System (SNES), welche hier unter dem Namen Nintendo Super Famicom verkauft wurden, für sagenhafte 2450 ¥ (ca. 27 Franken). Des Weiteren fanden sich diverse NES, SNES und Gameboy-Klassiker für teilweise knapp 3 Franken. Ich glaube, wen die Preise auch andernorts in Japan so sind, werde ich noch ein wenig Einkaufen, so wie dies meine Kollegin gemacht hat, und einen Gameboy Color nun ihr eigen nennt.
Billige SNES-Hardware



Nun ist es auch schon wieder bald Mitternacht und das Bett ruft, denn Morgen haben wir mit Miyajima einen sehr attraktiven Programmpunkt!


Weitere Fotos von heute:


 Eingang zur Burg
Tempelfigur 
 Karpfenburg
 In den Strassen von Hiroshima
 Gewöhnungsbedürftige Elektroinstallationen
 Atombomben-Dom
 Friedenspark mit der Ewigen Flamme im Vordergrunde
 Flagge im Friedenspark
 Abendstimmung im Hotelzimmer
Retro-Games



27. März 2012

the black blog in Japan Teil 3 - Hinreise


Tagwacht um 7 Uhr… das ist für mich schon normal sehr hart. Und nun, da ich nur knapp 5 Stunden geschlafen habe um so mehr. Als Vorbereitung für die Ferien in Japan, und im Speziellen der Aufenthalt im Park Hyatt nächste Woche, habe ich mir noch einmal den Film „Lost in Translation“ angesehen. Und das, nachdem ich erst um 10 Uhr abends vom YB-Match nachhause gekommen war. Desweiteren war auch meine Idee, dass ich möglichst müde das Flugzeug in Zürich besteigen möchte, sodass mir das Schlafen dort nicht so schwer fallen würde.

Mit der RBS ging nach 9 Uhr Richtung Bern wo das Zusammentreffen mit meiner Reisebegleitung bevorstand. Zusammen wurde Intercity um 10 Uhr Richtung Zürich Flughafen bestiegen, wo wir nach etwas mehr als einer Stunde eintrafen. Da wir bereits am Vortag eingecheckt hatten, musste nur noch die Koffer abgegeben werden und wir konnten uns bereits zu unserem Gate E46 aufmachen. Nach sehr kurzer Wartezeit waren wir dann auch schon von den ersten an Bord und richteten uns für den langen Flug ein. Etwas mehr als 9600km in 12 Stunden zeigte das Bordsystem an. In Anbetracht der doch ziemlich engen Sitze, schauderte es uns bei dieser Aussicht auf unsere nähere Zukunft. Und unser Unbehagen wuchs weiter, als in unmittelbarer Nähe von uns 2 Kleinkinder platziert wurden…

Unser Flugzeug steht bereit in Zürich
Mit nur 10 Minuten Verspätung hob der Flug LX160 vom der Startbahn ab. Nach einem Essen (leckeres Poulet nach Japanart) und einer Mövenpick-Vanille-Glace wurden die Sitze sogar noch unbequemer. So schlug ich mich die nächsten Stunden mit lesen, Film schauen, Musikhören und gelegentlichen Spaziergängen im Flugzeug bei Laune. Dass das eine Kleinkind noch fürchterlich zu weinen begann war die Kirsche auf dem Dessert.

Um 8 Uhr Ortszeit (also 1 Uhr morgens in der Schweiz) setzen wir schliesslich auf der Landebahn von Tokyo-Narita auf. Das übliche Prozedere mit Passkontrolle, Fingerabdruck-Scan und Foto war schnell erledigt und wir konnten unserer Koffer bei der Gepäckausgabe abholen… oder besser gesagt, wir konnten wie immer ewig darauf warten. Anschliessend zogen wir weiter an den Schaler für den Japan-Rail-Pass, um unsere Vaucher umzutauschen. Und bereits zum ersten Mal durften wir in den Genuss der ausserordentlichen Hilfsbereitschaft und Servicequalität der Japaner kommen: Auf unsere Aussage, dass wir heute noch nach Hiroshima wollen, wurde uns gleich an diesem Schalter sämtliche (kostenlose) Sitzplatzreservierungen für diese Reise gemacht, so dass wir uns um dies heute nicht mehr kümmern mussten. Da könnte so manches Unternehmen bei uns sich eine Scheibe abschneiden.
Stationsschild des Bahnhofs Shinagawa
Mit dem Narita-Express ging es sogleich Richtung Tokyo bis zur Station Shinagawa (ca. 75 Minuten Fahrt), wo wir nach knapp 15 Minute Wartezeit auf den Kikari-Shinkansen Richtung (Shin-)Osaka umsteigen konnten. Als wir nach 3 Stunden dort eintrafen, hatten wir gut eine halbe Stunde Zeit das Gleis zu wechseln, bevor der Sakura-Shinkansen mit uns Richtung Hiroshima davonraste. Wie auch in den beiden vorderen Zügen verbeugten sich die Angestellten von Japan Rail jedes Mal wen sie den Wachen betraten und verliessen. Eine Eigenheit die wir bereits das letzte Mal kennen und schätzen gelernt haben. 
Einfahrt eines Shinkansen-Zugs des Typs 700 (Fahrtgeschwindigkeit 285km/h)
Nochmals 1.5 Stunden später standen wir dann bereits in Hiroshima vor den Taxi-Stand und liessen uns zu unserem Hotel „Ana Crowne Plaza“ chauffieren. Ein sehr schönes 4-Sterne-Hotel welches Zentral in Hiroshima gelegen ist. Schnell bezogen wir unser Zimmer im 12 Stock, damit wir sogleich wieder nach draussen kamen um den zuvor aus dem Taxi erspähten „FamilyMart“ aufzusuchen. Eingedeckt mit Sushi, Salat und Getränken, richteten wir uns gemütlich im Hotelzimmer ein und genossen unser Nachtessen.
Nach einer kurzen Meldung zuhause, dass man sicher angekommen ist, begaben wir uns noch auf einen letzten Streifzug durch die nähere Umgebung und entdeckten dabei einige für uns wichtige Orte (Nudel bar, Supermärkte, usw.) und schlenderten noch durch eine uns bekannte Einkaufsstrasse mit einigen skurrilen Geschäften, bevor wir uns zurück ins Hotel begaben.

Hier noch ein paar Eindrücke davon:












26. März 2012

the black blog in Japan Teil 2 - Vorbereitungen

(Teil 1 findet ihr hier)


Morgen geht es endlich los und wir sitzen im Flieger Osten und versuchen die ca. 9'500 Kilometer Entfernung möglichst entspannt hinter uns zu bringen, bevor wir am Dienstagmorgen um ungefähr 8 Uhr Ortszeit auf dem Flughafen Tokyo-Narita landen. Rund 12 Stunden Flugzeit mit einem Airbus A340-300 der Swiss stehen augenscheinlich am Anfang unseres Abenteuers. Doch wie jeder weiss, steht am Anfang der Ferien nicht die Reise sondern die Vorbereitung dazu. Wie diese bei uns ausgesehen haben, möchte ich euch heute erzählen. 
Angefangen hat alles soweit ich mich erinnern kann mit einem normalen Kaffeeklatsch, bei dem das Thema Ferien aktuell war und irgendwie klar war: Wir sollten wieder einmal auf Japan. Und nach und nach reifte die Idee und wurde ziemlich schnell konkret. Gegen Ende des Jahres einigten wir uns ziemlich schnell wieder auf die Zeit der Kirschbaumblüte, welche meist Ende März/Anfangs April stattfindet. Diese für die Japaner wichtige Zeit wird auch von vielen Reiseführern empfohlen, da das Wetter meist sehr schön und frühlingshaft warm ist und überall in den Parks die Einheimischen Picknicks veranstalten. Bereits 2008 waren wir genau um diese Zeit in Japan und hatten bis auf ein wenig Regen am 1. Tag immer Glück, weshalb wir auch auf unseren guten Erfahrungen vertrauten.
 
Der nächste Schritt in der Ferienplanung war natürlich das Buchen des Fluges. Bereits bevor wir uns richtig darum gekümmert hatten, vielen uns natürlich die Plakate der Fluggesellschaft Swiss auf, welche mit sehr attraktiven Preisen für gewisse Destinationen warben. Darunter war auch ein Angebot für Tokyo von CHF 999.-- welches doch sehr attraktiv klang, da dies sonst ca. 300 Franken mehr kostet momentan. So war nach einiger Diskussion und diversen Vergleichen trotz allem Swiss die Gewinnerin unserer Suche und wir buchten die Flüge Anfangs Dezember, sodass nun mit der weiteren Planung begonnen werden konnte.
 
Diese fand einige Zeit später im Restaurant ChaCha im Westsite statt. Passend zum asiatischen Essen, legten wir auf einer Japan-Karte zusammen mit einem Linienplan der Shinkansen-Züge die Reiseroute fest. Die Shinkansen sind die Schnellzüge in Japan, welche auf eigenen Trassen ohne Bahnübergänge viele grosse Städte des Landes verbinden. Da wir nicht nur an einem Ort die 2 Wochen verbringen wollten, sind wir natürlich auf diese Züge angewiesen und haben unsere Wunschdestinationen mit dem Schienennetz abgestimmt. Aufgrund der möglichen Sehenswürdigkeiten und sonstiger Einflüssen legten wir auch gleich die Verweildauer je Ortschaft fest. So entstand dieser grobe Reiseplan:
Hinflug Zürich-Tokyo, danach direkt nach Hiroshima für 3 Nächte, weiter geht es nach Kyoto für 2 Nächte, danach für eine Nacht nach Hakone bevor es zum Schluss für 4 Nächte nach Tokyo geht.


Aufgrund dieses Planes konnten wir uns auf die Suche nach den passenden Hotels machen. Die Preisklasse war grundsätzlich klar und dass die Hotels zentral gelegen sein mussten, versteht sich von selbst. So wurden im Januar die jeweiligen Hotels an einer ausgiebigen Skype-Konferenz bestimmt. Als ein kleines, persönliches Highlite entschieden wir uns, eine Nacht im nicht ganz billigen dafür wunderschönen 5-Sterne Luxushotel Park Hyatt Tokyo zu verbringen. Dieses ist im Shinjuku Park Tower, dem zweit höchstem Gebäude in Shinjuku (neben dem Tokyo Metropolitan Government Building), untergebracht und befindet sich zwischen dem 39 und 52 Stockwerk. Eine grandiose Aussicht ist somit garantiert. Weshalb wir dieses Hotel gebucht haben? Ganz einfach, der bereits in Teil 1 erwähnte Film "Lost in Translation" spielt zu grossen Teilen in diesem Hotel, so wollten wir uns als Fans die Gelegenheit nicht entgehen lassen auch einmal dort zu übernachten. Dafür hatten wir bei der Buchung in Kyoto ein wenig Pech, da das von uns ausgewählte Designer-Hotel "Il Palazzo" leider gar nicht in Kyoto, sondern im 500 Kilometer weiter südwestlich gelegene Fukuoka ansässig ist. Hier war leider ein Erfassungsfehler bei der Buchungsseite schuld, so dass wir danach auf die zweite Wahl zurückgreifen mussten. Zu unserem Glück haben wir das Ganze frühzeitig bemerkt...


Nach dem die Hotels nun auch klar und gebucht waren, fehlte eigentlich nur noch etwas wichtiges was unbedingt vorher gemacht werden musste: Die Bestellung des Japan-Rail-Pass, dem "Touristen-GA". Bereits vorher haben wir uns auf ein Laufzeit von 7 Tagen geeinigt, da wir den bei einem 14-tägigen Rail-Pass 1. Geld verlieren würden und wir 2. nach den 7 Tagen mehrheitlich nur noch im Grossraum Tokyo unterwegs sein werden und die U-Bahn sowieso bezahlt werden muss. Über einen Internet-Anbieter aus Zürich waren die 2 Vaucher, welche wir am Flughafen Narita einlösen können, schnell bestellt und einige Tage später landeten diese in meinem Briefkasten.


Vaucher für den Japan Rail Pass
Gleichzeitig stimmte ich mich auch mit diversen Büchern und sonstigem Infomaterial auf die Reise in das Land der aufgehenden Sonne ein. Die Kultur, die Sprache und auch die Verhaltensweise der Menschen ist auf keine Art und Weise mit der unseren zu vergleichen. So kann es ziemlich schnell passieren, dass man in ein Fettnäpfchen tritt, was nicht sehr schön wäre. Zudem konnte man mit diesen Büchern vieles über das Land und die möglichen Sehenswürdigkeiten erfahren, welche auch auf einer separaten Liste notiert wurden. Schliesslich wollen wir unsere Tage in Japan auch mit sinnvollen Ausflügen garnieren. Somit waren alle wichtigen Dokumente, Buchungen und sonstigen Vorbereitungen getätigt und die Reise konnte losgehen... 


Naja, nicht ganz. Den der mühsamste Teil der Ferienvorbereitung war diese Woche bei mir dran: das Vorbereiten und Packen. Da es sich um eine grössere Reise handelt waren auch diese Dinge doch ein wenig grösser Dimensioniert als sonst. Ich schrieb seit einigen Wochen an einer möglichst kompletten Check-Liste, was ich alles einpacken muss und was alles noch erledigt werden musste. Beim Packen war neben den Kleidern für 10 Tage vor allem auch die Elektronik bei mir im Fokus: meine geliebte Nikon D7000 Spiegelreflexkamera inkl. 2 Objektive, meine Nikon Coolpix, die Sony Handycam, mein Samsung Galaxy Tab, mein Netbook und eine USB-Harddisk für das Backup der Speicherkarten in den Kameras, usw... all das musste aufgeschrieben werden damit nichts vergessen geht. Auch die Stromversorgung musste geregelt werden, da in Japan ziemlich andere Steckdosen in den Zimmern zu finden sind. So musste ich unter anderem noch einen passenden Reisestecker einkaufen. Daneben waren aber noch andere Dinge auf dem Einkaufszettel: Hygieneartikel, Medikamente für die Reiseapotheke, neue Schuhe und kurze Hosen, usw. Zudem musste natürlich noch das nötige Bargeld besorgt werden, ein neuer Haarschnitt ist auch immer gut, die Post musste abbestellt werden damit der Briefkasten nicht explodiert, und und und...
 
Nun, 24 Stunden vor Abflug hat auch das online Check-In geöffnet und wie wir feststellen mussten, ist der Flieger (zumindest in der Economy) komplett ausgebucht. Nichts war mit guten Plätzen auswählen. Die uns zugeteilten Plätze in der 3 vordersten Reihe im Mittelblock müssen jetzt beweisen, wie gut das sie sind. 


Der nächste Blogeintrag kommt dann endlich direkt aus Japan. Morgen Montag reisen wir ab 10 Uhr mit dem Zug Richtung Flughafen Zürich, wo wir um Punkt 13 Uhr abheben sollten. Um ca. 8 Uhr Ortszeit landen wir in Tokyo-Narita und fahren danach direkt weiter nach Hiroshima. Sofern alles klappt werde ich dort im Hotel den ersten Tagesbericht schreiben und online stellen können. Last euch Überraschen. Ich hoffe auch, dass der Schreibstil wie in diesem Bericht kein Problem für euch darstellt. Um nicht Stunden am PC zu verbringen, versuche ich kurz und prägnant zu schreiben. Wenn ihr zu etwas mehr Infos wollt könnt ihr das auf Wikipedia nachschlagen oder dies in den Kommentaren schreiben. Danke!


Bis bald aus Japan!



16. März 2012

Quo vadis Fussball?!?

Kapitalismus, was hast du nur aus unserer liebsten Freizeitbeschäftigung gemacht? Als ob man als Fussballfan heutzutage nicht schon genug Problem mit der öffentlichen Meinung hat, so werden wir momentan fast täglich mit neuen Skandalbotschaften konfrontiert die weiter über die Pyro- und Gewaltdiskussionen hinaus gehen. Und der Auslöser hier ist immer derselbe: Das Geld!

So mussten wir uns in der Winterpause vom Traditionsclub Xamax Neuenburg verabschieden, der finanziell Schwach von einem Schein-Millionär übernommen wurde und ein halbes Jahr lang totgewirtschaftet wurde. Ähnliche Ungemacht droht Servette Genf und dies bereits zum zweiten Mal innert weniger Jahre. Und dass es beim grossen Streit um den FC Sion und seinem Herrscher Christian Constatin nicht vor allem um Geld geht, wird wohl niemand bestreiten.

Drei aktuelle Beispiele, alle aus derselben kleinen Liga - das ist mehr als erschreckend und verstörend. Den auch in anderen Ländern kämpfen diverse Vereine um das überleben, der finanzielle Druck wird immer grösser. Während die grossen Vereine wie Bayern, Barcelona, Real, Chelsea, ManU, Mailand und Co. durch Ihre nationalen und internationalen Erfolge immer reicher werden, versuchen ihre Ligakonkurrenten sich mit allen Mitteln über Wasser zu halten und den geforderten Standards zu entsprechen. Beispiel Super Leauge: Während sich Basel in der Champions Leauge eine goldene Nase verdient hat (gem. 20min.ch rund 29 Millionen Franken Einnahmen) schlägt sich Lausanne Sport mit einem Budget von ca. 6 Millionen Franken durch das Jahr. Was also tun, wenn man sportlich nicht Erfolg reich sein kann, um das Geld aufzutreiben? Einzelne Investoren kommen selten gut, wie das Beispiel von Bulat Tschagajew in Neuenburg zeigt (Ausnahmen wie Roman Abramowitsch bei Chelsea sind sehr selten).

Eine Möglichkeit wurde in Österreich gefunden, genauer gesagt in Salzburg, denn hier wurde der SV Austria Salzburg vom Energydrink-Hersteller Redbull übernommen. Die Geschichte ist Fussballkennern allgemein bekannt und die europaweiten Reaktionen auch, weshalb ich hier nicht weiter darauf eingehe. Letztes Wochenende konnte ich mir erstmals ein Bild der Situation vor Ort machen. Passend zum Spielfreien Wochenende (eigentlich hätte YB gegen Xamax gespielt!) waren wir auf der Suche nach einem Spiel in der österreichischen Bundesliga (offizieller Name "tipp3-Bundesliga powered by T-Mobile"!!!), damit dieser Länderpunkt nun endlich auch erledigt ist, fanden wir schlussendlich das Spiel Redbull Salzburg gegen Rapid Wien. Ein Blick auf die Zuschauerzahlen der letzten Monate zeigte klar, dass diese wohl das aufregendste Spiel in Salzburg sein musste.



Redbull Salzburg vs. Rapid Wien

Natürlich mit Vorurteile behaftet trafen wir in der Landeshauptstadt ein und fuhren mit einem Shuttlebus zum Stadion. Von aussen fällt einem nebst dem 08/15-Retortenstadion vor allem das allgegenwärtige Firmenlogo auf. Den Besuchern wird klar gezeigt, wer hier das Sagen hat. Im Innern des Stadion wurde es noch schlimmer. In den gesperrten Oberrängen hinter den Toren prangten riesig das Redbull-Logo und ein Spielertrikot, welches wiederum mehr Vereinslogo als Kleidungsstück war. Zudem wurde die ganze Arena mit einer Lichtshow beleuchtet, dass einem die Augen schmerzten. Ausgerechnet an diesem Spiel war auch noch Ladysnight (das kennen wir in Bern doch irgendwie) weshalb vor dem Anpfiff der Hitparadenstar Michel Teló ein Mini-Konzert gab. Nicht nur, dass die Musikanlage sehr laut und qualitativ schlecht war, nein, auch sein Hit "Ai se eu te pego" wurde gleich zweimal vorgetragen. Artig wedelten dabei die zumeist jungen und/oder weiblichen Fans mit dem Sponsoren-Fähnchen (Come on, Red Bulls!) und schauten den Cheerleadern bei ihren unkoordinierten Gehüpfte zu.

Aus selbiger Lautsprecheranlage verkündete kurz darauf der Sprecher, die Stimmung in der Heimkurve sei bereits am überkochen und alle bereit für grosse Spiel, bei dem es um die Tabellenführung für beide Teams ging. Ein Blick in die erwähnte Kurve zeigte jedoch einer mässig gefüllten, muksmäuschen Stille Stehrampe ohne irgendwelche Stimmung. Sehr peinlich... den selbst der nicht schlecht gefüllte Gästeblock war eigentlich nicht laut, jedoch deutlich im ganzen Stadion zu vernehmen. Immerhin wurde im Gästesektor ziemlich häufig Pyros gezündet, was doch ein wenig richtiges Fussball-Feeling aufkommen liess. Selbst im Heimsektor war das rote Feuer Teil der (sonst eher schlechten) Stimmungsmache. Auf dem Platz wurde uns passend zur durchzogenen Stimmung auch ein eher anspruchsloser Match gezeigt - wenig gute Szenen, selten voller Einsatz und 4 Tore, von welchen nur das letzte Sehenswert war (Eigentor von Rapid in der 90. Minute). Auffallend: ab ca. der 80. Minute begannen die Wiener bereits mit dem zusammenräumen des Materials und abhängen der Zaunfahnen. Obwohl zu diesem Zeitpunkt erst 1:1 war und augenscheinlich nichts in der Kurve oder sonst wo passiert ist.

Ist dies wirklich der Fussball den wir in Zukunft sehen wollen? Spiele von Mannschaften mit vielen Stars aber ohne Charakter, in langweiligen und immer gleichaussehnden Stadien mit künstlicher Stimmung und viel Werbung und Show? Meine Antwort ist ein klares und lautes: NEIN! Fussball darf nicht zum Spielball von Investoren, Firmen und Events verkommen. Wir wollen keine VIP-Sektoren, in denen die Besucher während des Spiels nicht auf den Platz schauen sondern Geschäfte abwickeln. Wir wollen keine Fanartikel, die mehr Werbung für eine Firma als für den Verein sind. Wir wollen keine Stadionsprecher die einem ins Ohr brüllen und dabei krampfhaft versuchen die Stimmung zu lenken.
Fussball heisst Emotionen, Leidenschaft, Liebe, Freiheit... Wir wollen im Stadion stehen, unsere Mannschaft unterstützen und uns mit ihr identifizieren, dabei ein günstiges Getränk in den Händen halten und uns je nach Resultat freuen oder ärgern, usw.

Doch wie erreichen wir sowas? Nun ja, ich bin weder ein Wirtschaftsexperte noch sonst Spezialist für solche Fragen, auf Details kann ich somit keine guten Antworten geben. Aber die Stossrichtung ist für mich klar: Zum einen muss der Fussball wieder im Zentrum stehen und durch keine fussballfremde Zusätze "aufgewertet" werden. Die Zuschauer sollen nicht wegen Konzerten, Ladysnights, Cheerleader und sonstigen Events ins Stadion kommen, sondern wegen den 22 Männern und dem runden Ding auf dem Platz. Mir ist bewusst, dass dadurch die Zuschauerzahlen wieder sinken würden, doch dies würde sich auch kleinerer und rentablerer Stadien nach sich ziehen. Der heutige Gigantismus bei vielen Vereinen ist eine Hauptursache für ihre finanziellen Probleme. Würden die Vereine und deren Teppichetagen sich nicht selber versuchen ein grosses Denkmal zu setzen sonder für die Realität zu bauen (wie zuletzt ziemlich gut vom FC Thun umgesetzt) ginge es vielen besser. Auch müssten die Reglements angepasst werden, damit kleine Vereine nicht gezwungen sind neue Stadien zu bauen, wenn die alten noch längst reichen (z.B. Aarau).
Zum anderen müsste das finanzielle Ungleichgewicht zwischen den Vereinen verkleinert werden. Hier sehe ich vor allem das Potenzial bei den Spielerlöhnen und den Prämien. Spieler wie Messi sind unbestritten Weltklasse, aber ein Lohn von 33 Millionen Euro pro Jahr ist einfach unrealistisch und in keinem Verhältnis. Gute Leistung soll auch entsprechend entlohnt werden, jedoch nicht mit Summen, die jenseits von gut und böse sind. Das gleiche gilt für die Prämien in Champions Leauge und ähnlichen Wettbewerben. Selbst wenn man gnadenlos Untergeht in einem Spiel verdient der Verein mehr als andere das ganze Jahr zur Verfügung haben. Das sorgt je länger je mehr für ein Ungleichgewicht und wird den Fussball zerstören.

Nun, man könnte mir jetzt vorwerfen, ich sein ein Träumer und wolle den Kapitalismus abschaffen. Ja, eventuell möchte ich das, denn nicht nur im Fussball sondern auch im sonstigen Leben sehe ich aufgrund der heutigen Praxis immer mehr Probleme. Doch dies ist ein Thema das zu komplex ist um es überhaupt richtig aufzugreifen. Ich sage nicht ich hätte DIE Lösung... ich sage nur ich hätte eine Idee.

Am Tag danach, fand ich mich in einer anderen, besseren Welt wieder. Ein Ort, wo Fussball noch Fussball ist. Ein Ort, wo man nicht auf Plasikstühlen sitz, sondern bequeme Holzbänke vorfindet. Ein Ort wo nicht jeder Platz vom Wetter geschützt ist und noch richtige Stehplätze vorhanden sind. Ein Ort, der keine Yuppies, Tussis und ähnliches Gesocks anzieht sondern einfach wahre Fussballfans. Kurz, ein Ort, der den Namen Fussballstadion wirklich verdient: Städtisches Stadion an der Grünwalder Strasse.



Ein Spiel der Regionalliga Süd zwischen den Amateuren von Bayern München und des Freiburger SC stand auf dem Programm, wobei hier definitiv das Stadion der Star war. Für günstige 5€ erstanden wir uns ein Ticket für den Stehplatzbereich (bei den nicht anwesenden Gästen) und durften dann sogar auf die Haupttribüne. Hier erlebten wir 90 Minuten lang genau das was wir wollen! Fussball pur ohne störende Zusätze. Obwohl hier die Jungend-Mannschaften eines sehr grossen und eines eher kleinen Bundesligaverein aufeinander traffen, war hier noch das Gefühl für den Fussball vorhanden, wie das noch sein sollte, den Geld zählt hier noch überhaupt nicht zu den wichtigen Faktoren. Auch aufgrund dieses Spiels habe ich die Hoffnung auf eine bessere Zukunft noch nicht aufgegeben!

Und als kleines Dessert hier noch die Bilder aus dem Münchner Olympiapark, welchen wir vor dem Spiel in Salzburg besucht haben. Ein wunderbares Stadion, in welchem ich gerne einmal ein Spiel erlebt hätte...