27. März 2012

the black blog in Japan Teil 3 - Hinreise


Tagwacht um 7 Uhr… das ist für mich schon normal sehr hart. Und nun, da ich nur knapp 5 Stunden geschlafen habe um so mehr. Als Vorbereitung für die Ferien in Japan, und im Speziellen der Aufenthalt im Park Hyatt nächste Woche, habe ich mir noch einmal den Film „Lost in Translation“ angesehen. Und das, nachdem ich erst um 10 Uhr abends vom YB-Match nachhause gekommen war. Desweiteren war auch meine Idee, dass ich möglichst müde das Flugzeug in Zürich besteigen möchte, sodass mir das Schlafen dort nicht so schwer fallen würde.

Mit der RBS ging nach 9 Uhr Richtung Bern wo das Zusammentreffen mit meiner Reisebegleitung bevorstand. Zusammen wurde Intercity um 10 Uhr Richtung Zürich Flughafen bestiegen, wo wir nach etwas mehr als einer Stunde eintrafen. Da wir bereits am Vortag eingecheckt hatten, musste nur noch die Koffer abgegeben werden und wir konnten uns bereits zu unserem Gate E46 aufmachen. Nach sehr kurzer Wartezeit waren wir dann auch schon von den ersten an Bord und richteten uns für den langen Flug ein. Etwas mehr als 9600km in 12 Stunden zeigte das Bordsystem an. In Anbetracht der doch ziemlich engen Sitze, schauderte es uns bei dieser Aussicht auf unsere nähere Zukunft. Und unser Unbehagen wuchs weiter, als in unmittelbarer Nähe von uns 2 Kleinkinder platziert wurden…

Unser Flugzeug steht bereit in Zürich
Mit nur 10 Minuten Verspätung hob der Flug LX160 vom der Startbahn ab. Nach einem Essen (leckeres Poulet nach Japanart) und einer Mövenpick-Vanille-Glace wurden die Sitze sogar noch unbequemer. So schlug ich mich die nächsten Stunden mit lesen, Film schauen, Musikhören und gelegentlichen Spaziergängen im Flugzeug bei Laune. Dass das eine Kleinkind noch fürchterlich zu weinen begann war die Kirsche auf dem Dessert.

Um 8 Uhr Ortszeit (also 1 Uhr morgens in der Schweiz) setzen wir schliesslich auf der Landebahn von Tokyo-Narita auf. Das übliche Prozedere mit Passkontrolle, Fingerabdruck-Scan und Foto war schnell erledigt und wir konnten unserer Koffer bei der Gepäckausgabe abholen… oder besser gesagt, wir konnten wie immer ewig darauf warten. Anschliessend zogen wir weiter an den Schaler für den Japan-Rail-Pass, um unsere Vaucher umzutauschen. Und bereits zum ersten Mal durften wir in den Genuss der ausserordentlichen Hilfsbereitschaft und Servicequalität der Japaner kommen: Auf unsere Aussage, dass wir heute noch nach Hiroshima wollen, wurde uns gleich an diesem Schalter sämtliche (kostenlose) Sitzplatzreservierungen für diese Reise gemacht, so dass wir uns um dies heute nicht mehr kümmern mussten. Da könnte so manches Unternehmen bei uns sich eine Scheibe abschneiden.
Stationsschild des Bahnhofs Shinagawa
Mit dem Narita-Express ging es sogleich Richtung Tokyo bis zur Station Shinagawa (ca. 75 Minuten Fahrt), wo wir nach knapp 15 Minute Wartezeit auf den Kikari-Shinkansen Richtung (Shin-)Osaka umsteigen konnten. Als wir nach 3 Stunden dort eintrafen, hatten wir gut eine halbe Stunde Zeit das Gleis zu wechseln, bevor der Sakura-Shinkansen mit uns Richtung Hiroshima davonraste. Wie auch in den beiden vorderen Zügen verbeugten sich die Angestellten von Japan Rail jedes Mal wen sie den Wachen betraten und verliessen. Eine Eigenheit die wir bereits das letzte Mal kennen und schätzen gelernt haben. 
Einfahrt eines Shinkansen-Zugs des Typs 700 (Fahrtgeschwindigkeit 285km/h)
Nochmals 1.5 Stunden später standen wir dann bereits in Hiroshima vor den Taxi-Stand und liessen uns zu unserem Hotel „Ana Crowne Plaza“ chauffieren. Ein sehr schönes 4-Sterne-Hotel welches Zentral in Hiroshima gelegen ist. Schnell bezogen wir unser Zimmer im 12 Stock, damit wir sogleich wieder nach draussen kamen um den zuvor aus dem Taxi erspähten „FamilyMart“ aufzusuchen. Eingedeckt mit Sushi, Salat und Getränken, richteten wir uns gemütlich im Hotelzimmer ein und genossen unser Nachtessen.
Nach einer kurzen Meldung zuhause, dass man sicher angekommen ist, begaben wir uns noch auf einen letzten Streifzug durch die nähere Umgebung und entdeckten dabei einige für uns wichtige Orte (Nudel bar, Supermärkte, usw.) und schlenderten noch durch eine uns bekannte Einkaufsstrasse mit einigen skurrilen Geschäften, bevor wir uns zurück ins Hotel begaben.

Hier noch ein paar Eindrücke davon:












26. März 2012

the black blog in Japan Teil 2 - Vorbereitungen

(Teil 1 findet ihr hier)


Morgen geht es endlich los und wir sitzen im Flieger Osten und versuchen die ca. 9'500 Kilometer Entfernung möglichst entspannt hinter uns zu bringen, bevor wir am Dienstagmorgen um ungefähr 8 Uhr Ortszeit auf dem Flughafen Tokyo-Narita landen. Rund 12 Stunden Flugzeit mit einem Airbus A340-300 der Swiss stehen augenscheinlich am Anfang unseres Abenteuers. Doch wie jeder weiss, steht am Anfang der Ferien nicht die Reise sondern die Vorbereitung dazu. Wie diese bei uns ausgesehen haben, möchte ich euch heute erzählen. 
Angefangen hat alles soweit ich mich erinnern kann mit einem normalen Kaffeeklatsch, bei dem das Thema Ferien aktuell war und irgendwie klar war: Wir sollten wieder einmal auf Japan. Und nach und nach reifte die Idee und wurde ziemlich schnell konkret. Gegen Ende des Jahres einigten wir uns ziemlich schnell wieder auf die Zeit der Kirschbaumblüte, welche meist Ende März/Anfangs April stattfindet. Diese für die Japaner wichtige Zeit wird auch von vielen Reiseführern empfohlen, da das Wetter meist sehr schön und frühlingshaft warm ist und überall in den Parks die Einheimischen Picknicks veranstalten. Bereits 2008 waren wir genau um diese Zeit in Japan und hatten bis auf ein wenig Regen am 1. Tag immer Glück, weshalb wir auch auf unseren guten Erfahrungen vertrauten.
 
Der nächste Schritt in der Ferienplanung war natürlich das Buchen des Fluges. Bereits bevor wir uns richtig darum gekümmert hatten, vielen uns natürlich die Plakate der Fluggesellschaft Swiss auf, welche mit sehr attraktiven Preisen für gewisse Destinationen warben. Darunter war auch ein Angebot für Tokyo von CHF 999.-- welches doch sehr attraktiv klang, da dies sonst ca. 300 Franken mehr kostet momentan. So war nach einiger Diskussion und diversen Vergleichen trotz allem Swiss die Gewinnerin unserer Suche und wir buchten die Flüge Anfangs Dezember, sodass nun mit der weiteren Planung begonnen werden konnte.
 
Diese fand einige Zeit später im Restaurant ChaCha im Westsite statt. Passend zum asiatischen Essen, legten wir auf einer Japan-Karte zusammen mit einem Linienplan der Shinkansen-Züge die Reiseroute fest. Die Shinkansen sind die Schnellzüge in Japan, welche auf eigenen Trassen ohne Bahnübergänge viele grosse Städte des Landes verbinden. Da wir nicht nur an einem Ort die 2 Wochen verbringen wollten, sind wir natürlich auf diese Züge angewiesen und haben unsere Wunschdestinationen mit dem Schienennetz abgestimmt. Aufgrund der möglichen Sehenswürdigkeiten und sonstiger Einflüssen legten wir auch gleich die Verweildauer je Ortschaft fest. So entstand dieser grobe Reiseplan:
Hinflug Zürich-Tokyo, danach direkt nach Hiroshima für 3 Nächte, weiter geht es nach Kyoto für 2 Nächte, danach für eine Nacht nach Hakone bevor es zum Schluss für 4 Nächte nach Tokyo geht.


Aufgrund dieses Planes konnten wir uns auf die Suche nach den passenden Hotels machen. Die Preisklasse war grundsätzlich klar und dass die Hotels zentral gelegen sein mussten, versteht sich von selbst. So wurden im Januar die jeweiligen Hotels an einer ausgiebigen Skype-Konferenz bestimmt. Als ein kleines, persönliches Highlite entschieden wir uns, eine Nacht im nicht ganz billigen dafür wunderschönen 5-Sterne Luxushotel Park Hyatt Tokyo zu verbringen. Dieses ist im Shinjuku Park Tower, dem zweit höchstem Gebäude in Shinjuku (neben dem Tokyo Metropolitan Government Building), untergebracht und befindet sich zwischen dem 39 und 52 Stockwerk. Eine grandiose Aussicht ist somit garantiert. Weshalb wir dieses Hotel gebucht haben? Ganz einfach, der bereits in Teil 1 erwähnte Film "Lost in Translation" spielt zu grossen Teilen in diesem Hotel, so wollten wir uns als Fans die Gelegenheit nicht entgehen lassen auch einmal dort zu übernachten. Dafür hatten wir bei der Buchung in Kyoto ein wenig Pech, da das von uns ausgewählte Designer-Hotel "Il Palazzo" leider gar nicht in Kyoto, sondern im 500 Kilometer weiter südwestlich gelegene Fukuoka ansässig ist. Hier war leider ein Erfassungsfehler bei der Buchungsseite schuld, so dass wir danach auf die zweite Wahl zurückgreifen mussten. Zu unserem Glück haben wir das Ganze frühzeitig bemerkt...


Nach dem die Hotels nun auch klar und gebucht waren, fehlte eigentlich nur noch etwas wichtiges was unbedingt vorher gemacht werden musste: Die Bestellung des Japan-Rail-Pass, dem "Touristen-GA". Bereits vorher haben wir uns auf ein Laufzeit von 7 Tagen geeinigt, da wir den bei einem 14-tägigen Rail-Pass 1. Geld verlieren würden und wir 2. nach den 7 Tagen mehrheitlich nur noch im Grossraum Tokyo unterwegs sein werden und die U-Bahn sowieso bezahlt werden muss. Über einen Internet-Anbieter aus Zürich waren die 2 Vaucher, welche wir am Flughafen Narita einlösen können, schnell bestellt und einige Tage später landeten diese in meinem Briefkasten.


Vaucher für den Japan Rail Pass
Gleichzeitig stimmte ich mich auch mit diversen Büchern und sonstigem Infomaterial auf die Reise in das Land der aufgehenden Sonne ein. Die Kultur, die Sprache und auch die Verhaltensweise der Menschen ist auf keine Art und Weise mit der unseren zu vergleichen. So kann es ziemlich schnell passieren, dass man in ein Fettnäpfchen tritt, was nicht sehr schön wäre. Zudem konnte man mit diesen Büchern vieles über das Land und die möglichen Sehenswürdigkeiten erfahren, welche auch auf einer separaten Liste notiert wurden. Schliesslich wollen wir unsere Tage in Japan auch mit sinnvollen Ausflügen garnieren. Somit waren alle wichtigen Dokumente, Buchungen und sonstigen Vorbereitungen getätigt und die Reise konnte losgehen... 


Naja, nicht ganz. Den der mühsamste Teil der Ferienvorbereitung war diese Woche bei mir dran: das Vorbereiten und Packen. Da es sich um eine grössere Reise handelt waren auch diese Dinge doch ein wenig grösser Dimensioniert als sonst. Ich schrieb seit einigen Wochen an einer möglichst kompletten Check-Liste, was ich alles einpacken muss und was alles noch erledigt werden musste. Beim Packen war neben den Kleidern für 10 Tage vor allem auch die Elektronik bei mir im Fokus: meine geliebte Nikon D7000 Spiegelreflexkamera inkl. 2 Objektive, meine Nikon Coolpix, die Sony Handycam, mein Samsung Galaxy Tab, mein Netbook und eine USB-Harddisk für das Backup der Speicherkarten in den Kameras, usw... all das musste aufgeschrieben werden damit nichts vergessen geht. Auch die Stromversorgung musste geregelt werden, da in Japan ziemlich andere Steckdosen in den Zimmern zu finden sind. So musste ich unter anderem noch einen passenden Reisestecker einkaufen. Daneben waren aber noch andere Dinge auf dem Einkaufszettel: Hygieneartikel, Medikamente für die Reiseapotheke, neue Schuhe und kurze Hosen, usw. Zudem musste natürlich noch das nötige Bargeld besorgt werden, ein neuer Haarschnitt ist auch immer gut, die Post musste abbestellt werden damit der Briefkasten nicht explodiert, und und und...
 
Nun, 24 Stunden vor Abflug hat auch das online Check-In geöffnet und wie wir feststellen mussten, ist der Flieger (zumindest in der Economy) komplett ausgebucht. Nichts war mit guten Plätzen auswählen. Die uns zugeteilten Plätze in der 3 vordersten Reihe im Mittelblock müssen jetzt beweisen, wie gut das sie sind. 


Der nächste Blogeintrag kommt dann endlich direkt aus Japan. Morgen Montag reisen wir ab 10 Uhr mit dem Zug Richtung Flughafen Zürich, wo wir um Punkt 13 Uhr abheben sollten. Um ca. 8 Uhr Ortszeit landen wir in Tokyo-Narita und fahren danach direkt weiter nach Hiroshima. Sofern alles klappt werde ich dort im Hotel den ersten Tagesbericht schreiben und online stellen können. Last euch Überraschen. Ich hoffe auch, dass der Schreibstil wie in diesem Bericht kein Problem für euch darstellt. Um nicht Stunden am PC zu verbringen, versuche ich kurz und prägnant zu schreiben. Wenn ihr zu etwas mehr Infos wollt könnt ihr das auf Wikipedia nachschlagen oder dies in den Kommentaren schreiben. Danke!


Bis bald aus Japan!



16. März 2012

Quo vadis Fussball?!?

Kapitalismus, was hast du nur aus unserer liebsten Freizeitbeschäftigung gemacht? Als ob man als Fussballfan heutzutage nicht schon genug Problem mit der öffentlichen Meinung hat, so werden wir momentan fast täglich mit neuen Skandalbotschaften konfrontiert die weiter über die Pyro- und Gewaltdiskussionen hinaus gehen. Und der Auslöser hier ist immer derselbe: Das Geld!

So mussten wir uns in der Winterpause vom Traditionsclub Xamax Neuenburg verabschieden, der finanziell Schwach von einem Schein-Millionär übernommen wurde und ein halbes Jahr lang totgewirtschaftet wurde. Ähnliche Ungemacht droht Servette Genf und dies bereits zum zweiten Mal innert weniger Jahre. Und dass es beim grossen Streit um den FC Sion und seinem Herrscher Christian Constatin nicht vor allem um Geld geht, wird wohl niemand bestreiten.

Drei aktuelle Beispiele, alle aus derselben kleinen Liga - das ist mehr als erschreckend und verstörend. Den auch in anderen Ländern kämpfen diverse Vereine um das überleben, der finanzielle Druck wird immer grösser. Während die grossen Vereine wie Bayern, Barcelona, Real, Chelsea, ManU, Mailand und Co. durch Ihre nationalen und internationalen Erfolge immer reicher werden, versuchen ihre Ligakonkurrenten sich mit allen Mitteln über Wasser zu halten und den geforderten Standards zu entsprechen. Beispiel Super Leauge: Während sich Basel in der Champions Leauge eine goldene Nase verdient hat (gem. 20min.ch rund 29 Millionen Franken Einnahmen) schlägt sich Lausanne Sport mit einem Budget von ca. 6 Millionen Franken durch das Jahr. Was also tun, wenn man sportlich nicht Erfolg reich sein kann, um das Geld aufzutreiben? Einzelne Investoren kommen selten gut, wie das Beispiel von Bulat Tschagajew in Neuenburg zeigt (Ausnahmen wie Roman Abramowitsch bei Chelsea sind sehr selten).

Eine Möglichkeit wurde in Österreich gefunden, genauer gesagt in Salzburg, denn hier wurde der SV Austria Salzburg vom Energydrink-Hersteller Redbull übernommen. Die Geschichte ist Fussballkennern allgemein bekannt und die europaweiten Reaktionen auch, weshalb ich hier nicht weiter darauf eingehe. Letztes Wochenende konnte ich mir erstmals ein Bild der Situation vor Ort machen. Passend zum Spielfreien Wochenende (eigentlich hätte YB gegen Xamax gespielt!) waren wir auf der Suche nach einem Spiel in der österreichischen Bundesliga (offizieller Name "tipp3-Bundesliga powered by T-Mobile"!!!), damit dieser Länderpunkt nun endlich auch erledigt ist, fanden wir schlussendlich das Spiel Redbull Salzburg gegen Rapid Wien. Ein Blick auf die Zuschauerzahlen der letzten Monate zeigte klar, dass diese wohl das aufregendste Spiel in Salzburg sein musste.



Redbull Salzburg vs. Rapid Wien

Natürlich mit Vorurteile behaftet trafen wir in der Landeshauptstadt ein und fuhren mit einem Shuttlebus zum Stadion. Von aussen fällt einem nebst dem 08/15-Retortenstadion vor allem das allgegenwärtige Firmenlogo auf. Den Besuchern wird klar gezeigt, wer hier das Sagen hat. Im Innern des Stadion wurde es noch schlimmer. In den gesperrten Oberrängen hinter den Toren prangten riesig das Redbull-Logo und ein Spielertrikot, welches wiederum mehr Vereinslogo als Kleidungsstück war. Zudem wurde die ganze Arena mit einer Lichtshow beleuchtet, dass einem die Augen schmerzten. Ausgerechnet an diesem Spiel war auch noch Ladysnight (das kennen wir in Bern doch irgendwie) weshalb vor dem Anpfiff der Hitparadenstar Michel Teló ein Mini-Konzert gab. Nicht nur, dass die Musikanlage sehr laut und qualitativ schlecht war, nein, auch sein Hit "Ai se eu te pego" wurde gleich zweimal vorgetragen. Artig wedelten dabei die zumeist jungen und/oder weiblichen Fans mit dem Sponsoren-Fähnchen (Come on, Red Bulls!) und schauten den Cheerleadern bei ihren unkoordinierten Gehüpfte zu.

Aus selbiger Lautsprecheranlage verkündete kurz darauf der Sprecher, die Stimmung in der Heimkurve sei bereits am überkochen und alle bereit für grosse Spiel, bei dem es um die Tabellenführung für beide Teams ging. Ein Blick in die erwähnte Kurve zeigte jedoch einer mässig gefüllten, muksmäuschen Stille Stehrampe ohne irgendwelche Stimmung. Sehr peinlich... den selbst der nicht schlecht gefüllte Gästeblock war eigentlich nicht laut, jedoch deutlich im ganzen Stadion zu vernehmen. Immerhin wurde im Gästesektor ziemlich häufig Pyros gezündet, was doch ein wenig richtiges Fussball-Feeling aufkommen liess. Selbst im Heimsektor war das rote Feuer Teil der (sonst eher schlechten) Stimmungsmache. Auf dem Platz wurde uns passend zur durchzogenen Stimmung auch ein eher anspruchsloser Match gezeigt - wenig gute Szenen, selten voller Einsatz und 4 Tore, von welchen nur das letzte Sehenswert war (Eigentor von Rapid in der 90. Minute). Auffallend: ab ca. der 80. Minute begannen die Wiener bereits mit dem zusammenräumen des Materials und abhängen der Zaunfahnen. Obwohl zu diesem Zeitpunkt erst 1:1 war und augenscheinlich nichts in der Kurve oder sonst wo passiert ist.

Ist dies wirklich der Fussball den wir in Zukunft sehen wollen? Spiele von Mannschaften mit vielen Stars aber ohne Charakter, in langweiligen und immer gleichaussehnden Stadien mit künstlicher Stimmung und viel Werbung und Show? Meine Antwort ist ein klares und lautes: NEIN! Fussball darf nicht zum Spielball von Investoren, Firmen und Events verkommen. Wir wollen keine VIP-Sektoren, in denen die Besucher während des Spiels nicht auf den Platz schauen sondern Geschäfte abwickeln. Wir wollen keine Fanartikel, die mehr Werbung für eine Firma als für den Verein sind. Wir wollen keine Stadionsprecher die einem ins Ohr brüllen und dabei krampfhaft versuchen die Stimmung zu lenken.
Fussball heisst Emotionen, Leidenschaft, Liebe, Freiheit... Wir wollen im Stadion stehen, unsere Mannschaft unterstützen und uns mit ihr identifizieren, dabei ein günstiges Getränk in den Händen halten und uns je nach Resultat freuen oder ärgern, usw.

Doch wie erreichen wir sowas? Nun ja, ich bin weder ein Wirtschaftsexperte noch sonst Spezialist für solche Fragen, auf Details kann ich somit keine guten Antworten geben. Aber die Stossrichtung ist für mich klar: Zum einen muss der Fussball wieder im Zentrum stehen und durch keine fussballfremde Zusätze "aufgewertet" werden. Die Zuschauer sollen nicht wegen Konzerten, Ladysnights, Cheerleader und sonstigen Events ins Stadion kommen, sondern wegen den 22 Männern und dem runden Ding auf dem Platz. Mir ist bewusst, dass dadurch die Zuschauerzahlen wieder sinken würden, doch dies würde sich auch kleinerer und rentablerer Stadien nach sich ziehen. Der heutige Gigantismus bei vielen Vereinen ist eine Hauptursache für ihre finanziellen Probleme. Würden die Vereine und deren Teppichetagen sich nicht selber versuchen ein grosses Denkmal zu setzen sonder für die Realität zu bauen (wie zuletzt ziemlich gut vom FC Thun umgesetzt) ginge es vielen besser. Auch müssten die Reglements angepasst werden, damit kleine Vereine nicht gezwungen sind neue Stadien zu bauen, wenn die alten noch längst reichen (z.B. Aarau).
Zum anderen müsste das finanzielle Ungleichgewicht zwischen den Vereinen verkleinert werden. Hier sehe ich vor allem das Potenzial bei den Spielerlöhnen und den Prämien. Spieler wie Messi sind unbestritten Weltklasse, aber ein Lohn von 33 Millionen Euro pro Jahr ist einfach unrealistisch und in keinem Verhältnis. Gute Leistung soll auch entsprechend entlohnt werden, jedoch nicht mit Summen, die jenseits von gut und böse sind. Das gleiche gilt für die Prämien in Champions Leauge und ähnlichen Wettbewerben. Selbst wenn man gnadenlos Untergeht in einem Spiel verdient der Verein mehr als andere das ganze Jahr zur Verfügung haben. Das sorgt je länger je mehr für ein Ungleichgewicht und wird den Fussball zerstören.

Nun, man könnte mir jetzt vorwerfen, ich sein ein Träumer und wolle den Kapitalismus abschaffen. Ja, eventuell möchte ich das, denn nicht nur im Fussball sondern auch im sonstigen Leben sehe ich aufgrund der heutigen Praxis immer mehr Probleme. Doch dies ist ein Thema das zu komplex ist um es überhaupt richtig aufzugreifen. Ich sage nicht ich hätte DIE Lösung... ich sage nur ich hätte eine Idee.

Am Tag danach, fand ich mich in einer anderen, besseren Welt wieder. Ein Ort, wo Fussball noch Fussball ist. Ein Ort, wo man nicht auf Plasikstühlen sitz, sondern bequeme Holzbänke vorfindet. Ein Ort wo nicht jeder Platz vom Wetter geschützt ist und noch richtige Stehplätze vorhanden sind. Ein Ort, der keine Yuppies, Tussis und ähnliches Gesocks anzieht sondern einfach wahre Fussballfans. Kurz, ein Ort, der den Namen Fussballstadion wirklich verdient: Städtisches Stadion an der Grünwalder Strasse.



Ein Spiel der Regionalliga Süd zwischen den Amateuren von Bayern München und des Freiburger SC stand auf dem Programm, wobei hier definitiv das Stadion der Star war. Für günstige 5€ erstanden wir uns ein Ticket für den Stehplatzbereich (bei den nicht anwesenden Gästen) und durften dann sogar auf die Haupttribüne. Hier erlebten wir 90 Minuten lang genau das was wir wollen! Fussball pur ohne störende Zusätze. Obwohl hier die Jungend-Mannschaften eines sehr grossen und eines eher kleinen Bundesligaverein aufeinander traffen, war hier noch das Gefühl für den Fussball vorhanden, wie das noch sein sollte, den Geld zählt hier noch überhaupt nicht zu den wichtigen Faktoren. Auch aufgrund dieses Spiels habe ich die Hoffnung auf eine bessere Zukunft noch nicht aufgegeben!

Und als kleines Dessert hier noch die Bilder aus dem Münchner Olympiapark, welchen wir vor dem Spiel in Salzburg besucht haben. Ein wunderbares Stadion, in welchem ich gerne einmal ein Spiel erlebt hätte...



26. Februar 2012

the black blog in Japan Teil 1 - Warum Ferien in Japan

In genau einem Monate ist es endlich soweit: Eines meiner persönlichen Highlight für das Jahr 2012 beginnt mit einem ca. 12-stündigen Flug Richtung Ferner Osten. Besser gesagt: Es geht zurück nach Japan!

Wieso Japan? Ein Erklährungsversuch
Doch fangen wir vorne an: Ferien im Ausland waren für mich lange Zeit nicht existent. Erst in der Mittelstufe ging es mit einem Car an die spanische Coste Brava. In den folgenden Jahren besuchte ich mit meiner Familie auch Italien und Frankreich und war damit sehr glücklich. In der Berufsschule ging es 2003 nach Rimini und seitdem sind für mich Strandferien definitiv ein "no go". So blieb es lange Zeit ruhig in meinen Ferien, welche ich grösstenteils zuhause verbrachte. In dieser Zeit reifte in mir jedoch die Sehnsucht nach einem ganz besonderem Land: Japan.  

Wie genau die Faszination entstanden ist, kann ich heute nur noch teilweise rekonstruieren, jedoch hatten die Mangas, welche ich damals zu lesen begonnen habe, und Filme wie "Lost in Translation" und "The Fast and the Furious: Tokyo Drift" massgeblich dazu beigetragen. Doch nicht nur Japan war für mich interessant, auch Länder wie China oder Vietnam faszinierten mich sehr. Dank meiner besten Kollegin, welche schon immer von China schwärmte, begann ich auch hier Interesse an dem Land, den Leuten und der Kultur zu finden. Auch die klassischen Filme wie "Hero" oder "Crouching Tiger, Hidden Dragon" begeisterten mich zu jener Zeit (heute natürlich auch noch). Vietnam hingegen war für mich vor allem durch den Vietnamkrieg und die Verarbeitung in den Medien durch Filme wie "Platoon", "Apocalipse Now" und "Hamburger Hill" sowie PC-Games wie "Vietcong" und "Battlefield Vietnam" interessant geworden.




Trailer zu "Lost in Translation"


Als etwa im 2007 klar wurde, dass meine beste Kollegin und ich endlich mal richtig Ferien machen wollten, war ziemlich schnell klar, dass es Richtung Asien gehen sollte. Da es unbedingt individuelle Ferien werden sollten, das heisst keine geführte Rundreise (wir sind ja keine deutschen Pauschaltouristen), und wir mit der Organisation solcher noch keine Erfahrung hatten war Japan eigentlich das perfekte Ziel, da die Infrastruktur wie zum Beispiel der Bahnverkehr top ist und wir uns so auf dir Reise und die Sehenswürdigkeiten selber konzentrieren konnten. Unsere Befürchtung, dass dies z.B. in China und Vietnam nicht so ist und eine ungeführte Reise um einiges komplizierter sein würde, konnten wir zwar bis heute nicht überprüfen. Aber ich bin heute noch sehr froh, dass wir damals Japan als Ziel bestimmten.


Japan - Das erste Mal
Im Jahr 2008 besuchte ich somit das Land der aufgehenden Sonne das erste Mal. Passend zum Umstand, dass dies meine ersten grossen Ferien sein sollten, war auch die Anreise für mich persönlich eine Premiere, denn zum ersten Mal in meinem Leben betrat ich ein Flugzeug. Und dies gleich für einen 12-Stunden-Flug. Was alles damals passierte und was wir erlebten werde ich, sobald ich meine damaligen Aufzeichnungen wieder gefunden habe, in einem Reisebericht hier schildern.

Noch heute denke ich an die wunderschönen Tage in Hiroshima, Kyoto oder Tokyo zurück. Die Erfahrungen mit den ausserordentlich freundlichen und hilfsbereiten JapanerInnen hat mein Bild der Menschen in unseren Breitengraden verändert wie ich es nicht gedacht hätt. Und was meine Essgewohnheiten angeht - seit Japan esse ich praktisch alles, den Ekel verliert man definitiv wenn man hungrig ist und weit und breit kein McDonalds in der Nähe ist. Und auf einmal verwandelt sich der Ekel in Genuss für unbekannte aber gute Aromen. Eine Reise also, die mein Leben nachhaltig positiv beeinfluss hat.

Back to Japan - Die Sehnsucht gewinnt
Und nun ist es also wieder soweit, nach 4 Jahren geht es wieder zurück auf die Insel im Pazifik. Nach nun vielen (Flug-)Reisen innerhalb Europas, zog es mich und meine Kollegin wieder nach Japan. Irgendwie war schon von Anfang an klar, dass es wieder Japan sein sollte für die nächste "grosse" Reise, dies auch aufgrund der ob genannten Erfahrungen. Wieder gehen wir Anfangs April Richtung Japan, die Zeit der Kirschbaumblüte, was in Japan ein grosses Ereignis ist und mich als Hobby-Fotograf zusätzlich inspiriert.

Im nächsten Teil der Serie erfahrt ihr alles über die Vorbereitungsarbeiten bis kurz vor Abflug am 26. März.

4. Januar 2012

Popcorn #6 - In Time

Während hier zu Lande der Kaffee bereits die 4-Franken-Marke überschritten hat, besteht auch in SiFi-Welt von Hollywood ein ähnliches Problem: "4 Minuten für einen Kaffee? Gestern waren es doch noch 3?!". Doch halt... was hat hier die Zeiteinheit Minuten im Kontext mit einer Währung zu suchen? Ziemlich viel - sofern es sich um den neuen Triller "In Time" von Andrew Niccol (Gattaca, The Truman-Show, Terminal, Lord of War) handelt.

Im neusten Film des neuseeländischen Drehbuchautor und Regisseur spielt, entsprechend dem Filmtitel, die Zeit eine wichtige Rolle. In einer nicht näher genannten Zukunft ersetzt die Zeit die alten Währungen und baut somit ein ganz neues Wirtschaftssystem auf. Doch wie soll das genau funktionieren? Die Idee ist so einfach wie auch genial: Mit hilfe von Genmanipulation stoppt die Entwicklung und auch der Zerfall des menschlichen Körpers mit Erreichen des 25. Geburtstags. Das heisst konkret, so wie man mit diesem Alter aussieht, bleibt man für den Rest des Lebens. Wie lange dieser Rest ist, bestimmt die zweite und entscheidendere Änderung: eine am Unterarm implantierte Uhr, welche die verbleibende Lebenszeit anzeigt. Diese Uhr zeigt ab der Geburt ein Guthaben von genau einem Jahr an und beginnt ab dem entscheidenden Geburtstag rückwärts zu laufen - so zu sagen ein Countdown bis zum Tot. Ist auf der Uhr nämlich die letzte Sekunde verstrichen, stirbt diejenige Person sofort. Damit man also nicht spätestens zum 26. Geburtstag tot umfällt, ist es wichtig an zusätzliche Zeit zu kommen. Und hier sind wir wieder beim Wirtschaftssystem, den anstatt für Geld arbeitet man nun für Zeit. Jeden Tag nach der Arbeit können die Personen ihren anderen Unterarm in eine Art Scanner halten, welche die verdiente Zeit auf die Uhr überträgt und zur Restzeit dazu addiert. Zum zahlen von Gütern oder Dienstleistungen wird dieser Vorgang umgekehrt. Man trägt also sein Bankkonto jederzeit bei sich und braucht weder Bargeld/-zeit noch eine Plastikkarte. Zeit kann aber auch direkt an andere Menschen übertragen werden, indem man sich an den Armen berührt und die gewünschte Menge direkt auf die Uhr des Gegenübers überträgt oder nimmt. Dieser Vorgang erinnert eher wieder an den einfachen Transfer von Bargeld und ist auch gleich Diebstahl anfällig. Wer also nicht immer all seine Zeit bei sich tragen möchte, hat die Möglichkeit diese in sogenannten Zeitkapseln zwischen zu speichern. Diese an externe Festplatten erinnernde Kapseln können mit einer beliebigen Anzahl Zeit aufgeladen werden und danach z.B. sicher in einem Safe oder einer Bank verstaut werden. Da Krankheiten nicht mehr existieren, ist die einzig andere Art aus dem Leben zu scheiden (nebst einer abgelaufenen Lebensuhr) ein Unfall. Stirbt man durch diesen, ist die Restzeit auf der Uhr jedoch für immer verloren und kann von niemandem mehr abgesogen werden.

Lebensuhr mit einer Restzeit von 1 Jahr, 12 Minuten und 50 Sekunden

Ideale Voraussetzung für eine perfekte Welt in der jeder das ewige Leben erreichen kann? Sollte man meinen, doch leider trügt hier der Schein dieser Glitzerwelt erheblich. Den obwohl jeder Mensch, ganz gleich welches Geschlechts, Rasse, Religion, usw. die gleichen ob genannten Grundvoraussetzungen hat, gibt verschiedene Gesellschaftsschichten welche sich teilweise massiv unterscheiden. Anders als in der heutigen Zeit sind diese Schichten jedoch klar voneinander getrennt. Die Welt wurde neu aufgeteilt und in Zeitzonen aufgeteilt, in denen die jeweiligen Schichten leben. Theoretisch ist es jeden erlaubt, andere Zonen zu betreten und dort zu leben, was in der Praxis aber praktisch unmöglich ist. Zwischen den einzelnen Zonen gibt es Grenzen welche nur gegen meist massive Gebühren übertreten werden können. Zudem sind die Lebenshaltungskosten den jeweiligen Ghettos angepasst, weshalb sich niemand den Aufenthalt in einer höheren Zeitzone leiste kann.

In einer dieser niedrigen Zeitzonen lebt der Fabrikarbeiter Will Salas (Justin Timberlake), der buchstäblich von Tag zu Tag lebt, da er meistens knapp 24 Stunden auf seiner Uhr übrig hat. Er lebt zusammen mit seiner Mutter Rachel (Olivia Wilde) in Dayton. Da wie bereits erwähnt niemand älter als 25 Jahre aussieht, hält man Rachel zuerst für seine Freundin, was eine herrliche Verwirrung hervor ruft.
Zusammen mit seinem Kumpel Borel (Johnny Galecki) stellt er in der Fabrik die oben erwähnten Zeitkapseln her und erhält hierfür die täglich seinen Lohn überwiesen, damit er auch am nächsten Tag noch arbeiten kommen kann.
In einer Bar trifft Will auf einen "Zeitmillionär", welcher weit über 100 Jahre auf seiner Uhr besitzt, obwohl er auch schon ca. so lange auf der Welt lebt. Grosszügig verteilt er sein Geld in der Bar, was die Aufmerksamkeit der Minute-Man, eine Vereinigung welche nicht genau zugeordnet werden kann, auf sich zieht. Will rettet den Mann Namens Henry Hamilton und erhält als Dank 116 Jahre geschenkt, wodurch sich Henry selber umbringt. Überfordert mit der Masse dieser Jahre, schenkt er seinem Fabrikkollegen erstmals 10 Jahre, welche dieser sofort in der Bar ausgibt und sich dort zu Tode säuft.
Nachdem seine Mutter wegen einer Verdoppelung der Busfahrpreise zu Fuss nachhause muss und Sekunden zu spät auf Will trifft um ihre Uhr aufzuladen, stirbt diese in seinen Armen was ihn komplett aus der Bahn wirft. Er beschliesst in die Zeitzone "New Greenwich" zu gehen, da gemäss Henry Hamilton dort die Reichen wohnen, welche für all die schlechten Lebensumstände verantwortlich sind. Seine Reise durch die Zeitzonen sowie einen beachtlichen Gewinn von 1'100 Jahren beim Pokern gegen den Banker Philippe Weis (Vincent Kartheiser) zieht die Aufmerksamkeit zweier Personen auf ihn: diejenige der Bankertochter Sylvia Weis (Amanda Seyfried) und des Timekeepers Raymond Leon (Cillian Murphy). Zwischen dem Ghetto-Flüchtling und der reichen Tochter entwickelt sich eine Liebesbeziehung, welche nach einer Entführung darin gipfelt, dass sie gemeinsam in die Banken des Weis-Imperiums einbrechen und die gestohlene Zeit den Armen und Bedürftigen verteilen. Dies wiederum versucht der Timekeeper zusammen mit seinen Männern zu verhindern, da sonst das System droht zusammen zu brechen. Besonders da die Zeitkapsel von Philippe Weis, welche mit 1 Million Jahre gefüllt ist, zum Hauptziel der modernen Bonnie und Clyde wird.

Leider vermag der Film genau diesen Plot nicht richtig ins Szene zu setzten. Trotz der tollen Ausgangslage und Idee verkommt der Film vor allem ab der zweiten Hälfte zu einem ideenarmen und schlecht erzählten Action-Film. Zu vieles ist vorhersehbar oder zu unspektakulär, die Geschichte hat keine Höhepunkte oder bietet neues. Die alten Mechanismen und Ideen werden sehr offensichtlich wiederverwendet (Wettlauf zu einem Scanner, da nur noch wenige Sekunden auf der Uhr sind) und das Ende ist enttäuschend und deutet sogar auf einen zweiten Teil hin.
Dem gegenüber steht die knapp erste Stunde des Films, welche den Zuschauer sehr gut in die Welt der Zukunft einführt und die angepassten Wirtschaftssysteme erklärt. Auch werden die Charakter meist gut und verständlich vorgestellt, welche sich jedoch leider selten weiterentwickeln und grösstenteils langweilig und stereotypisch bleiben, was meiner Meinung nach teilweise auch an den Schauspielern liegt.
Der ehemalige *NSYNC-Teenie-Schwarm Justin Timerlake ist für mich persönlich eine gute wen auch nicht perfekte Besetzung des Will Salas. Der Sänger hat sich mit der Schauspielerei ein gutes, zweites Standbein erschaffen in welchem er regelmässig mehr oder weniger erfolgreich seine Brötchen verdient. Nach dem (für mich überraschend guten) Auftritt im Film "Alpha Dog" im Jahre 2006 sowie der Synchronsprecherrolle im dritten Shrek-Film als Artie, rechnete ich nicht wirklich mit einer Rückkehr des Sängers. Doch nun ist "In Time" bereits der 4 grössere Film innerhalb 2 Jahren (neben dem Facebook-Film "The Social Network" und den beiden Komödien "Bad Teacher" und "Friends with Benefits") und ich vermute, dass dies erst der Anfang einer guten Karriere ist. Und ehrlich gesagt sehe ich ihn lieber in Filmen als Sänger...
An der Seite des ehemaligen Mickey-Mouse-Club-Kindermoderators spielt Amanda Seyfried die weibliche Hauptrolle der Sylvia Weis. Die sympathische Blondinne mit den Kulleraugen, welche ebenfalls im Film "Alpha Dog" ihren Durchbruch in Hollywood schaffte, baut in den ersten Minuten, welche sie im Film auftritt, eine geheimnisvolle und interessante Sphäre um Ihre Person auf. Man nimmt Ihr die Rolle als kühl-distanzierte und doch leicht rebellische Millionärstochter gerne ab. Leider entwickelt sich ihr Charakter im Film danach gar nicht mehr weiter. Zu keiner Zeit glaubt man später, dass sie die Überfälle auf die Banken wirklich will und auch nicht dass ihr Leben in Gefahr ist. Hier wurde sowohl von Amanda wie auch vom Drehbuch sehr viel Potenzial verschenkt.

Amanda Seyfried
In den Rollen der beiden "Haupt-Bösewichte" sehen wir den wenig bekannten Vincent Kartheiser als Philippe Weis und Cillian Murphy als Timekeeper Raymond Leon. Letzterer ist uns vor allem als Zombie-Verfolgter in "28 Days Later" und Batman-Gegner Scarecrow in "Batman Begins" in Erinnerung geblieben. An die Qualität des im Fledermaus-Film gespielten Psychiaters reicht die Rolle des Timekeepers jedoch nicht heran. Wie bereits im Film "Inception" sehe ich Murphy nicht als typischen Vertreter des Bösen und hätte mir hier einen Charakterdarsteller mit mehr Format gewünscht, welchen es aber wohl im benötigten Alter nicht gibt. Auch Kartheiser ist keine Idealbesetzung, doch für die Nebenrolle des Bankers reicht es. 
Apropos Nebenrollen: Sowohl Olivia Wilde als Mutter Salas und Johnny Galecki als Borel fand ich sehr gelungen. Wohl auch da ihre Auftritte leider sehr kurz sind, sind ihre Rollen spannend und gut gespielt. Die irisch-amerikanische Schauspielerin Wilde, welche unter anderem in der Serie "Dr. House" mitspielt, überzeugt in der Rolle der jungebliebenen Mutter. Wohl auch da sie in Wirklichkeit sogar 3 Jahre jünger ist als ihr Filmsohn Justin Timberlake. Der hingegen sogar 6 Jahre ältere, in Belgien geborene Johnny Galecki sieht im Film auch einiges älter aus, trotzdem fand ich seinen Auftritt sehr erfrischen. Dies vor allem, da er zurzeit als Physiker Leonard Hofstadtler in meiner Lieblingsserie "The Big Bang Theory" die Hauptrolle übernimmt und ich ihn als Schauspieler sehr schätze.
Die oben angesprochenen Alter der Schauspieler sind ein weiterer Kritikpunkt am Film. Bereits zu Anfang wird uns klar mitgeteilt, dass in dieser Zukunft niemand älter als 25 Jahre aussieht. Trotzdem sieht man einigen Schauspielern und Statisten deutlich die zusätzlichen Jahre dies sie in Wirklichkeit haben an. Das zerstört aus meiner Sicht stark das Bild und die Atmosphäre der Geschichte. Auch sonst ist die Welt stellenweise nicht 100% glaubhaft und schlüssig, und erweckt manchmal nicht den Eindruck einer realistischen Zukunft welche uns drohen könnte. Zu nah sind gewisse Technologien den heutigen, zu ähnlich ist die Welt von morgen der heutigen, obwohl es wohl viele Jahrzehnte benötigt hat so eine Umwelt und Gesellschaft aufzubauen. Obwohl es sich um Science-Fiction handelt, beschränkt sich der technische Fortschritt augenscheinlich nur auf die Lebensuhr und die direkt damit verbundenen Technologien.

Fazit: "In Time" ist ein klassisches Beispiel wie ein guter Trailer Hoffnungen und Erwartungen schürt, welche später der Film nicht erfüllen kann. Die, unbestritten tolle und interessante, Idee der Lebensuhr ersetzt leider nicht ein komplette und fesselnde Geschichte. Andrew Niccol vergibt in diesem Film viel Potenzial in der Geschichte und mit seiner Schauspieler-Auswahl. Trotzdem sollten Interessierte einen Blick auf diesen Film werfen. Hoffen wir die Lebensuhr wird zukünftig in anderen Filmen ebenfalls aufgegriffen, wenn auch nur als Nebenelement.
Auf einer Skala von 1 bis 10 erhält der Film von mir 5 Punkte

5. Dezember 2011

Groundhopping in Augsburg und Winterthur

Vorletztes Wochenende war wieder einmal eine kleine Tour für den Fussball geplant. Da in der Schweiz eine Cup-Runde anstand, in welcher uns Berner der unterklassige FC Winterthur zugelost wurde und das Spiel auf Sonntag festgesetzt wurde, suchten wir im nahen Ausland nach einem Spiel, welches uns auch gleich einen neuen Ground einbringen würde. Fündig wurden wir dann in der 1. Bundesliga mit dem Aufsteiger FC Augsburg gegen die VW-Werksmannschaft aus Wolfsburg, welche wir bereits Anfang Jahr beim SC Freiburg gesehen haben. Die Frage des Übernachtung-Ortes wurde auch fast selbstständig geklärt, da ein Besuch im Hard Rock Cafe in München ebenfalls auf unserer Wunschliste stand.

Los ging es am Samstagmorgen früh um 8 Uhr. Mit vollem Tank, leerem Magen und Vorfreude auf das Weekend fuhren wir Richtung Osten. Erster Halt wurde der berühmte Fressbalken in Würenlos, wo wir kurz unser "Frühstück" einkauften. Weiter ging es um Zürich und durch die Ostschweiz bis zur Grenze in St. Margreten und dem ersten Tankstopp (man will ja nicht das teure ausländische Benzin im Tank). Um weiter Geld zu sparen, verzichteten wir auf der kurzen Strecke durch Österreich auf die Autobahn (Vignetten-Pflicht und häufig Kontrollen) und rollten durch Bregenz hindurch, wo man zum Teil komische Autoschilder zu sehen bekommt. Immerhin wissen wir nun, was das Hobby dieser Fahrerin ist...


Auch in Österreich wird Zumba getanzt
Kurz darauf brausten wir mit 180km/h über die deutsche Autobahn und sahen das erste Etappenziel näherkommen: Augsburg. Die süddeutsche Stadt ist den meisten sicher aufgrund des Puppentheaters "Augsburger Puppenkiste" ein Begriff, welche sich für die bekannten (Fernseh-)Produktionen wie "Urmel" oder "Jim Kopf" verantwortlich zeigt. Uns blieb jedoch praktisch keine Zeit für Sightseeing, da wir nach einem kurzen Mittagsmahl und einem Einkauf im Lidl, wo die wohl längste Flugreise aller Zeiten angeboten wird (siehe Bild unten), bereits weiter zum Stadion reisten. Dabei kreuzte unser weg auch das alte Stadion des FC Augsburg, das Rosenaustadion. Jedem wahren Fussballfan wird es beim Anblick solcher Stadien richtig warm ums Herz, denn hier lebt der ursprüngliche Geist vom Fussball. In Anbetracht all dieser neuen Konsum-Tempel welche als Stadien verkauft werden, wünscht man sich häufig die alten Zeiten zurück.

6-tägige Flugreise?! Hoffentlich mit Zwischenlandungen...
In genau so ein neues Stadion führte uns jedoch nun unser Weg. Die im 2009 "SGL arena" (mittlerweile bereits der dritte Stadionname nach "Augsburg Arena" und "impuls arena") steht südlich weit ab der Stadt, also sehr typisch für solche neuen Stadion-Projekte. Der grosszügige Parkplatz vor dem Stadion machte zuerst Freude...
Das Stadion selber macht von aussen nicht wirklich viel her, besser gesagt es ist hässlich und hat keinen eigenen Charakter. Teilweise erinnert es (nicht nur dem Namen nach) an die AFG Arena in St. Gallen. Positiv hat mir jedoch gefallen, dass so wie ich das gesehen habe sämtliche Heimsektoren von jedem Eingang erreichbar sind, ähnlich wie in der Allianz-Arena in München. Nachdem man den Eingang und den sehr rudimentären Sicherheitscheck passiert hat, befindet man sich in einer Art Vorplatz der um das Stadion geht und überall dann die entsprechenden Tore zu den Sektoren offen sind. Das Innern des Stadion ist um einiges interessanter als die Äussere vermuten lässt. Die bodenebenen Eingänge befinden sich ca. auf einem Drittel der Höhe der Plätze, dass heisst dass der Platz "unterirdisch" ist. Ein für mich interessantes Baumerkmal für Stadien. Das Dach der Arena ist ziemlich tief gehalten, was für eine gute Akustik sorgt (wie z.B. im Stade de Genève). Zudem ist das ganze Stadion sehr steil gebaut, was den Eindruck eines Kessels noch mehr verstärkt. Auch positiv ist der Stehplatz-Bereich im Stadion aufgefallen, denn die gesamte Nordkurve ist von den Sitzen befreit.

Panoramaansicht des Stadions vor Spielbeginn

In diesem Bereich steht auch der Kern der FCA-Fans und Supporten ihre Mannschaft. Persönlich hatte ich jedoch denn Eindruck, dass der wirklich harte Kern, also die Ultràs, ein ziemlich überschaubares Grüppen sind. Direkt über dem Eingang in der Mitte platziert sieht man sie gut durch ihre Fahnen, die einzigen welche in diesem Sektor und im ganzen Stadion geschwungen werden. Der Rest der Nordtribüne ist wohl mit Modefans und Kutten bevölkert, welche sich jedoch verhältnismässig gut für den Support motivieren lassen. Auch der Zuschaueraufmarsch war doch einigermassen passabel für den Tabellenletzten, der bis zu diesem Zeitpunkt noch keinen Heimsieg in der obersten Liga feiern durfte: In die 30'660 Plätze grosse Arena pilgerten an diesem Samstag gemäss Stadionspeaker 29.110 Fussballbegeisterte. Gleichzeitig wurde auch der millionste Besucher seit der Eröffnung. Einzig der Gästesektor war ziemlich leer, was aber wohl auch mit der Distanz von ca. 620 km zwischen Wolfsburg und Augsburg zusammenhängt. Zeitweise glaubte man mehr Zaunfahnen als Wolfsburger im Sektor zu sehen... Dafür gab es beim Warmlaufen einen WTF-Moment für uns, als in voller Lautstärke das Vereinslied des VfL Wolfsburg aus den Boxen dröhnte.  

Supportmässig erwarteten wir grundsätzlich nicht viel und behielten grösstenteils recht. Die Nordkurve wurden vor dem Spiel einige Spruchbänder gezeigt, welche sich auf die von der Stadt Augsburg beschlossenen Budgetkürzungen, welche unter anderem die Fanarbeit betreffend, kritisierten. Zum Intro gab es von Seiten FCA noch eine nette, kleine Choreo rund um die Ultràs. Danach sah und hörte man 90 Minuten von beiden Seiten nur noch Standard-Kost in ziemlich bescheidener Lautstärke.

Passend zum Support wurde auch auf dem Feld keine Glanzleistung gezeigt. Über weite Strecken dominierte zwar die Heimmannschaft das geschehen, konnte sich jedoch selten in eine gute Abschlussposition bringen und wenn doch, verschossen die Spieler den Ball kläglich. Das viel zitierte Abschlussglück fehlten den Augsburgern in der ersten Halbzeit ähnlich wie dem BSC Young Boys in den letzten 4-5 Spielen. In der zweiten Hälfte gelang es den Gastgebern jedoch nach 65 Minuten endlich das Runde in das Eckige zu befördern. Eine Erlösung für die Bayern und der KO-Schlag für die Wolfsburger. Gekrönt wurde der Erfolg zudem in der letzten Minuten durch das zweite Tor der Augsburger, welchen den Fans neben dem allerersten 1. Heimsieg auch noch 100 Liter zusätzliches Freibier für die Saisonabschlussparty bescherte. Die auffälligsten Spieler in meinen Augen waren Lorenzo Davids auf der Heimseite und Torwart Diego Benaglio beim VfL: Während der Cousin des ehemaligen Mittelfeldstars der niederländischen Nationalmannschaft Edgar Davids auf ebendieser Position ein tolles Spiel ablieferte (und den Titel Mittelfeld-Regisseur dadurch verdient hat) zeigte die Nummer 1 im Schweizer Nati-Tor wieder einmal sein hässliches Gesicht. Benaglio provozierte mit unnötigem Zeitspiel, langer Behandlungszeit nach einem Foul und sonstigem nervigen Diven-gehabe die Heimfans und auch uns Groundhopper.

Nach dem Spiel zeigte sich nun das wahre Gesicht des eigentlich sympathischen Parkplatzes vor dem Stadion... es war das reinste Chaos. Von allen Seiten her ergossen sich die Fahrzeuge auf die einzige, einspurige Ausfahrtsstrasse. Ach auf den Parkplatzbereichen selber herrschte Anarchie pur, den die eigentlichen Verbindungssträsschen wurden grosszügig ausgelegt, so dass schlussendlich bei der Ausfahrt auf die ob genannte Strasse 5 verschiedene Kolonnen auf eine Lücke warteten. Eine gute halbe Stunde sassen wir auf dem Kiesplatz fest und tasteten und Meterweise vor. Liebe Stadion-Planer, das ginge eindeutig besser zu lösen! Sei es drum, die Reise ging für uns dann noch ca. 40 Minuten weiter in die Landeshauptstadt München, wo wir im Stadtteil Heidhausen im Apartmenthaus "StayMunich" ein Zimmer inkl. Frühstück und Tiefgaragen-Parkplatz reserviert hatten. Ein grosszügiges Zimmer mit 3 Einzelbetten, Bad und Küche in einer sehr ruhigen Lage für 65€ - was will man mehr? Auch das Frühstücks-Buffet am nächsten Morgen war grosszügig und sehr lecker. Definitiv eine Empfehlung für alle die in München übernachten möchten.

Natürlich hatten wir ziemlich Hunger nach diesem langen Tag und so begaben wir uns schnellstmöglich mit Bus und Zug via Ostbahnhof in die Münchner Innenstadt und dort zum Hard Rock Cafe, welches direkt neben dem berühmten Hofbräuhaus liegt. Der obligatorische T-Shirt-Kauf wurde in der Wartezeit auf den Tisch natürlich auch vollzogen und nach dem ausgiebigen Essen war es auch schon ziemlich spät am Abend. Zurück am Ostbahnhof gingen wir noch dem Hinweis nach, dass dort in der Nähe das Ausgangsleben von München tobt. Nach längerem Suchen und umher irren fanden wir dann auch die "Kultfabrik" wo wir uns einen Schlummertrunk genehmigten.

Nach einer kurzen Nacht und einem stärkendem Frühstück ging es am nächsten Morgen früh um 9 Uhr wieder zurück Richtung Schweiz. Nach dem nochmaligen Umfahren der österreichischen Autobahn und einem weiteren Tankstopp in St. Margrethen erreichen wir die letzte Etappe der Reise: Winterthur. Gut eine Stunde vor dem Eintreffen des Extrazug aus Bern blieb genügend Zeit um die Umgebung des Stadions und den Bahnhof in Augenschein zu nehmen. Da ich mir das Gedränge am Stadioneingang ersparen wollte und nochmals zum Auto musste, wartet ich nicht auf den Fanmarsch und begab mich daher frühzeitig zum Eingang des Gästesektors. Was ich hier erlebte, hatte mit Organisation ziemlich wenig gemeinsam. Zusammen mit einzelnen anderen Fans fand ich den Eingang komplett unbewacht und offen vor. Noch während wir diese Situation zu begreifen versuchten, rannte ein hektischer Mitarbeiter in einer roten Jacke des FC Winterthur zu uns und erklärte, dass wir noch nicht rein dürfen und doch bitte warten sollen. Etwas irritiert warteten wir also vor den offenen Türen und beobachteten die Sicherheitsleute bei der letzten Besprechung, während im Hintergrund bereits die Berner Fans zu hören waren. 2-3 Minuten vor deren Eintreffen fuhr der rot-bejackte Mann schliesslich noch sein Privatauto, welches direkt im Wartebereich gestanden hat weg und die Sicherheitsleute stellten die Zäune welche wohl einen Blocksturm verhindern sollten. Da jedoch in dieser Hektik keiner mehr auf mich achtete, spazierte ich ohne Kontrolle und ohne Ticketentwertung in den grosszügigen und langgezogenen Gästesektor hinein. Auch hier war man mit dem Eintreffen der Kurve wohl etwas überrascht, da die Verpflegunsstände ca. 10 Minuten unbewacht im Sektor standen. Selbstbedienung ohne bezahlen so zu sagen.


Stadion Schützenwiese auch zur Halbzeitpause
Zum Spiel selber kann man sich eigentlich jeglichen Kommentar sparen, einzig der Matchbericht auf gaeubschwar.be kann die Wunden ein wenig lindern. Auf der Heimfahrt wurde natürlich noch fachmännisch die Mannschaft und der Staff kritisiert und aufgezeigt, was man alles besser gemacht hätte. Nach fast genau 36 Stunden und 950 Autokilometer waren wir dann endlich wieder zuhause und ich gönnte mir einige Stunden Schlafe, bevor ich am Montag wieder arbeiten ging.

19. November 2011

Apple: Wenn Individualität zur Massenware wird

Die Galaxy ist flach... jedenfalls wenn es sich um das Samsung Galaxy Tab P7500 (10.1) handelt. Seit Dienstag dieser Woche bin ich nun endlich Besitzer dieses Tablet und erfreue mich an diesem neuen "Spielzeug". Auf die Frage, weshalb ich dieses Android-Tablet gekauft habe, lautet die Antwort ganz einfach: Ich habe sehr lange zugewartet und mehrere Tablets in der Auswahl gehabt. Schlussendlich war aber entscheidend, dass ich 1. bereits ein Samsung Galaxy S2 Smartphone besitze (und mir die TouchWiz-Oberfläche gefällt), 2. das Design und vor allem die geringe Dicke gefällt und 3. die Vorteile überwiegen und die Nachteile kaum ins Gewicht fallen.

Mein Galaxy Tab am ersten Tag
Auf die Frage, weshalb ich anstatt des Android-Tablets nicht ein Apple iPad gekauft habe, wird es schon schwieriger zu Antworten. Die diplomatischste Antwort ist sicher die, dass vieles in meinem (digitalen) Leben momentan mit Google verknüpft ist (E-Mail, Kalender, Kontakte, Blog, Handy, Fotoalben, Musik, usw.) und ich neben dem iPod kein anderes Apple-Gerät besitze. Zudem erschliesst es sich für mich nicht, wieso ich ein Konkurrenz-Produkt nehmen soll, wen es ja bereits eines gibt, dass mich vollständig unterstütz. Für diejenigen, die mit dieser Antwort aber noch nicht zufrieden sind, kann ich auch noch weiter ausholen:
Mitte der 80er-Jahre geboren, war der erste intensive Kontakt mit Computern bei mir mit einem Gerät, das unter Windows 95 lief. Die Zeit, in welcher Apple das erste Mal richtig erfolgreich war, habe ich somit verpasst. Das Betriebssystem Windows 95 hat aus meiner Sicht den PC-Boom massgeblich beeinflusst. Zusätzlich wurde in dieser Zeit die CD-Rom langsam zum wichtigsten Speichermedium, da diese und die entsprechenden Laufwerke (inkl. Brenner) für jedermann erschwinglich wurden und lösten somit die Floppy-Disc ab. Und das Internet wurde zu dieser Zeit auch zum Massenphänomen. Nach einem kurzen Rückschritt auf Windows 3.1, erlebte ich in den nächsten Jahren die Weiterentwicklung von Windows und die damit einhergehenden Monopolstellung von Microsoft. Die IT-Branche und Privathaushalte stellte sich auf Microsoft ein, dass Angebot für Computer-Zubehör welches speziell auf Windows zugeschnitten war wuchs ins unermessliche. Zurzeit von Windows XP konnte man Computermäuse und -Keyboards mit dem Namenszusatz "XP" kaufen, die suggerierten, dass sie besonders für das beliebte und gute Betriebssystem konzipiert waren. Das dies vor allem ein Verkaufstrick war um Billigware los zu werden, war den meisten klar.

Microsoft war geliebt und gehasst gleichermassen um die Jahrtausendwende, aber fast niemand kam um den Giganten herum. Und wo war Apple? Im Jahre 1998 erlangte der Konzern nach Jahren der Vergessenheit wieder einmal die Aufmerksamkeit der Gesellschaft mit dem iMac. Die beiden auffalligsten Merkmale dieses PCs waren und sind das futuristische (und zugegeben schöne) Design sowie die Bauart. Im Bildschirm des iMac sind sämtliche Komponenten eines PC integriert (Keyboard und Maus ausgeschlossen) so dass man nur ein Geräteteil hat.   

iMac der ersten Generation

Doch der iMac konnte die Vorherschaft von Microsoft nicht brechen. Sie sicher auch, da das Betriebssystem von Apple für die meisten zu sehr eine Umgewöhnung bedeutete. Wer jahrelang mit Windows arbeitet, musste sich bewusst dafür entscheiden, etwas Neues lernen zu wollen und die alten Gewohnheiten über Bord zu werfen. Deshalb blieb Appel damals weiterhin ein Nischenprodukt für Individualisten. Wer sich für den Apfel entschied fühlte sich einzigartig, auch wenn er vom Rest belächelt wurde. Trotzdem erkannte Steve Jobs und Co. das Potenzial dieses Gefühls der Einzigartigkeit und sahen wo das Problem in Ihren Produkten lag: die Bedienung.
Dies war der Beginn der neuen Appel-Strategie die heutzutage auf dem Höhepunkt ist. 2001 erschien der erste iPod auf dem Markt und wurde zum riesen Erfolg für das Unternehmen. Das Gerät war auf seine Art nicht einzigartig und trotzdem anders. Wie sämtliche Apple-Produkte der letzten ca. 15 Jahre war der iPod in technischen Sinne nichts neues, sonder eine Anpassung von bestehenden Möglichkeiten. Mobile MP3-Player gab es bereits vor dem iPod, meist sogar mit besserer Technik. Apple schaffte es aber den iPod (und das dazugehörende iTunes) so benutzerfreundlich zu gestalten, dass auch die grössten Techniklaien damit klar kamen. Das erreichte Appel unteranderem indem das System sehr starr konzipiert ist, und ein normaler User nichts in der Grundstrucktur ändern kann. Zudem schaften sie es dem Produkt das Image zu geben, dass hier etwas komplett Neues und tolles erschaffen wurde. Und die Gesellschaft viel auf diesen Marketingtrick herein.
Ich selber habe mich lange gegen den iPod gewehrt. Warum? Ganz einfach, weil ich bei anderen Geräten mehr Möglichkeiten hatte, alles so zu gestalten wie ich es wollte. So war ich glücklich bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich mehr Musik besessen habe als Platz auf den Playern war (ca. 2007). Denn hier konnte der iPod die einzige und für mich grösste Stärke ausspielen. Zurzeit besitze ich einen iPod Video der 5. Generation mit einer Festplatte von 60GB Grösse, welche nun praktisch auch voll ist und bald mit einem iPod Classic der 6. Generation mit 160GB abgelöst wird. Auf dem Markt sind praktisch keine anderen MP3-Player mit solch einer Speicherkapazität vorhanden.

Die weitere Geschichte der Apple-Produkte lief immer gleich ab uns ist den meisten bekannt. Das Smartphone iPhone und das Tablet iPad wurden lanciert und wurden zum Riesenerfolg, bestehende Produkte wurden stetig weiterentwickelt und der Hype wurde von Mal zu Mal Grösser. Der verstorbene Steve Jobs wurde für Fanboys und Apple-Fans zum Messias und iGod. Die Palette von Apps für Apple wuchs schnell und wer kein iPhone oder ähnliches besass war auf einmal nicht mehr in und der Aussenseiter. 
Und hier kommt das Problem das ich mit Apple und seinen Produkten habe. Es geht nicht darum, hier wieder einmal gegen Apple zu hetzen oder schlechtzureden. Unbestritten sind iPhone und Co. technisch gute Geräte und haben der Gesellschaft einen grossen Dienst erwiesen, indem sie für die Masse solche Produkte interessant gemacht haben. Trotzdem sind die Geräte nicht das Beste was es technisch auf dem Markt gibt, obwohl Apple dies versucht zu den Kunden weiss zu machen. Apple verbessert bestehende Produkte jeweils um 1-2 Funkionen und der Bedingung und verkauft dies dann als komplett neue Idee.

Und was wurde aus der Individualität, wenn ein Grossteil der Menschheit das gleiche Produkt besitzen? Da iPhone und iPod meistens nur in schwarz und weiss erscheinen und sich nur im Design der Generation unterscheiden, haben wir das Problem, dass man mit dem "nackten" Gerät nicht mehr auffällt. Und da dies für viele Menschen ein Grundbedürfnis ist, hat sich eine kompletter Industriezweit einen Aufschwung sondergleichen: Die Zubehör-Branche. Abdeckungen, Taschen, Kopfhörer, Folien... besuchen wir z.B. einen MediaMarkt stehen wir vor einer riesigen Wand mit Produkten für iPhone und iPad. Ob businessmässig Leder, teeniehaftes Pink, hippes Markendesign oder kindliches Hello-Kitty-Design, für jeden hat es irgendetwas dabei. Und schon ist die Individualität wieder hergestellt und jeder fühlt sich einzigartig. 

Ginge das nicht irgendwie einfacher? Doch, den ich habe es geschafft. Ich habe mir ein Galaxy Tab gekauft und kenne sonst niemanden in meinem Umfeld, der dieses Tablet hat. Ähnlich wie bei meinem Handy dem Galaxy S2; auch bei dem kenne ich momentan nur zwei weitere Personen welche diese Gerät besitzen. Ich fühle mich individuelle und einzigartiger als wohl alle iPhone- und iPad-Besitzer in meinem Umfeld. Das Problem was ich jedoch habe ist, dass man für diese Samsung-Produkte praktisch kein Zubehör findet. Für das Galaxy S2 musste ich 3 Geschäfte abklappern, bis ich eine Silikon-Hülle und Schutzfolien gefunden hatte. Die Docking-Station und einen Ersatz-Akku bestellte ich sogar im Ausland über Amazon. Noch schlimmer ist es momentan beim Galaxy Tab. Nachdem ich in 6 Geschäften war, fand ich per Zufall und Glück eine Hardcover inkl. Aufsteller für teurer 80 Franken. Weiteres (nötiges) Zubehör wie Tastatur und Adapter werde ich wohl wieder über das Internet bestellen müssen. Nicht dass ich auch so eine übermässig Auswahl wünsche wie bei den Apple-Produkten, aber ein wenig mehr wäre wirklich schön.
Mein Cover
Ja, ich bin wohl ein Google- und Android-Fan, auch wenn ich weiss, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Trotzdem passt das Betriebssystem mit dem grünen Roboter besser zu mir als alles andere.

PS: Während dem Schreiben dieses Eintrages hat Samsung verkündet, dass Galaxy Tab 10.1N in Deutschland auf den Markt zu bringen. Dank minimalen Anpassungen kann so das Verkaufsverbot in Deutschland umgangen werden. Fast gleichzeitig wurde in der Schweiz nun eine Marketing-Kampanie mit Inseraten und Werbung gestartet. Bleibt abzuwarten, was dies für den Zubehörmarkt bedeutet.

6. November 2011

Popcorn #5 - The Book of Eli

Eine postapokalyptische Welt, alles Land ist tot und eine Wüste, die Überlebenden kämpfen ums die notwendigsten Dinge, Tauschhandel hat Geld ersetzt und Waffengewalt ist das einzige Gesetzt. Heutzutage, in einer Konsumgesellschaft welche im Überfluss lebt, ist dieses Szenario sehr beliebt bei den Game-Herstellern die Hits wie Fallout 3 oder Rage programmieren. Aber auch Hollywood lässt sich ab und an von dieser düsteren Zukunftsvision inspirieren. Wie auch die Macher des Films "The Book of Eli".
Die Geschichte beginnt irgendwo in einem Wald mit einer Leiche und einer Katze. Die Katze wird kurz darauf von einem Pfeil durchbohrt, welcher von einer unheimlichen Gestallt in Gasmaske abgeschossen wurde. Es ist das Jahr 2044 und somit 30 Jahre nach dem "Grossen Krieg" und dem verehrenden "Blitz", welcher wohl die Ozonschicht zerstört hat, weshalb ein Grossteil der Menschheit ausgestorben ist. Viel mehr ist nicht über die Welt zu erfahren in dem sich der einsame Wanderer Eli (Denzel Washington) bewegt. In einem Haus, in welchem er dem erhängten Besitzer die Schuhe abnimmt, brät er die Katze, hört Musik auf seinem iPod welcher er über eine grosse Batterie mit Strom versorgt und liest in seinem Buch. Dieses Buch, namensgebend für den Film ist nicht irgendein Buch, sondern die Bibel. Wahrscheinlich ist dies sogar die letzte Bibel auf der Welt, da alle anderen nach dem Krieg verbrannt wurden. 
Am nächsten Tag stösst Eli auf eine Räuberbande, die nicht auf seine Warnungen hören wollen und kurzerhand von ihm und seiner Machete massakriert werden. An dieser Stelle zeigt der Film, weshalb er eine "ab 16"-Freigabe erhalten hat. Bald darauf beobachtet er eine zweite Diebesbande mit Motorrädern, welche ein Paar überfallen und folgt ihnen daraufhin in eine kleine Siedlung. Im Landen der Siedlung will er seine Batterie wieder aufladen (und bezahlt den Händler mit KFC-Frischetüchern) und in der Bar seinen Wasservorrat wieder auffrischen. Doch in der Bar trifft er auf die Motorrad-Band und legt sich mit ihnen an. Natürlich überlebt von ihnen keiner und der Siedlungschef Carnegie (Gary Oldman) bemerkt den Aufstand. Zuvor hat er von der Bande die Beute erhalten, welche mehrheitlich aus Büchern (z.B. Sakrileg) und Zeitschriften bestand. Zu diesem Zeitpunkt erfährt man, dass Carnegie verzweifelt auf der Suche nach einer Bibel ist, da diese Buch für ein eine ultimative Waffe darstellt, mit welcher er die Menschen in seiner Umgebung kontrollieren will. Nur noch wenige Menschen können lesen und mit den richtigen Worten glaubt er, könne er noch mehr Macht erhalten. 
Carnegie, der nichts von der Bibel im Gepäck des Wanderers ahnt, macht ihm ein Angebot, dass er in der Stadt bleiben und für ihn arbeiten soll, und gibt ihm eine Nacht Bedenkzeit. In der Nacht besucht ihn die Stieftochter des machthungrigen Herrschers, die rebellische Solara (Mila Kunis), und sieht dabei die Bibel. Als am nächsten Morgen Carnegie durch eine Unachtsamkeit von Solara von dem Buch erfährt, wird es ernst für Eli. Er macht sich schnellstens weiter auf seinen Weg Richtung Westen, welcher er seit Jahren folgt. 

Eli auf Wanderschaft
Auf seiner Flucht wird er nun von Carnegie und seiner Leibgarde persönlich verfolgt, hat aber nun auch die junge Solaria als neue Begleiterin. Die Fahrzeuge der Verfolger zeigen ganz klar die Inspiration durch den Film "Mad Max". Die anfängliche Ablehnung durch Eli ist schnell vergessen, all sich die beiden in einem Haus von Kannibalen wiederfinden und es gleichzeitig zum Showdown mit Carnegie kommt. Eli wird schlussendlich schwer verletzt und verliert auch sein Buch, setzt seine Reise jedoch mit dem Mädchen fort. 
Als sie am Ende die Überreste von San Francisco erreichen, entdecken Sie auf der ehemaligen Gefängnisinsel Alcatraz eine Art Arche für die vergangene Zivilisation. Und hier löst sich das letzte grosse Geheimnis um Eli und sein Buch...

Die interessante Geschichte um den einsamen Wanderer wird im Film sehr bildgewaltig erzählt und dargestellt. Ein Graufilter, welcher viele der Farben zurückbindet, wurde sehr gut eingesetzt. Über viele Passagen wird sehr wenig gesprochen und nur mit den Bildern eine gute und vor allem einsame Stimmung erzeugt. Genre-typisch sind die Kostüme und Kulissen alles andere als auf Hochglanz poliert, sondern sind staubig und kaputt. Man sieht dadurch gut, wie die Menschen dieser Welt um ihr überleben kämpfen müssen und aus allen Überbleibsel der Vergangenheit versuchten zu Recht zu kommen. Dies ist im Film sehr glaubhaft umgesetzt und unterstützt die Atmosphäre sehr gut. Obwohl sich die Geschichte um die Bibel dreht und sehr interessant umgesetzt ist, gefällt mir persönlich dieser Aspekt nicht sehr gut, was aber mit meiner Ablehnung zur Bibel zutun hat. 
Ein Highlight des Films ist unbestritten Gary Oldman als Bösewicht. Das der "Sirius Black"-Darsteller das böse sein drauf hat, bewies er bereits in Filmen wie "The fifth element". Zum einen schafft er es, den Zuschauer für seine Ideen (resp. diejenigen des Charakters) zu gewinnen und danach mit einer verrückten Tat zu verstören. 
Aus Denzel Washington spielt den Wanderer Eli sehr überzeugend und teilweise mitreisend. Brutalität, Einsamkeit aber auch Witz und Einfühlungsvermögen von Eli sind glaubhaft. An die Leistung eines "Hurrican" oder "Trainging Day" reicht es jedoch nicht heran.
Einzig die süsse Mila Kunis (Black Swan) mag nicht zu 100% zu überzeugen. Dies liegt jedoch nicht unbedingt an ihrer Leistung sonder am Charakter der Solara. Sie ist leider im Drehbuch sehr eindimensional gehalten und kann sich so nicht wirklich entwickeln und wirkt stellenweise störend und aufgesetzt. Man kauft Solara irgendwie nicht ab, das sie seit ihrer Geburt in dieser Welt versucht zu überleben. 
Wer sich in der Postapokalypse wohl fühlt, wird sich auch mit diesem Film sehr gut und kurzweilig unterhalten fühlen. Mit ca. 110 Minuten ist der Film sogar sehr kurz und hätte somit mehr Handlung und Schauplätze verdient gehabt. Ansonsten ist der Film gut inszeniert und die brutalen Kämpfe mit abgeschnittenen Gliedmassen und Köpfen passen perfekt in die Atmosphäre des Überlebens. Für Endzeit- und Action-Freunde eine Empfehlung. 
Auf einer Skala von 1 bis 10 erhält der Film von mir 6 Punkte.